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"Nordsee, Schleswig-Holstein" (Nach den neuen Vermessungen S.M.Kanonenboot "Drache" unter Ltg. von Korv. Kpt. Holzhauer, 1879)

Hafenfeuer Amrum

Geogr. Lage: 54°37,9´N 8°22,9´E    Standort: Hafen    In Betrieb: 1876



1876

Beabsichtigte Anzündung eines Leitfeuers im Hafen von Amrum
[NfS. No. 302 v. 6. Mai 1876]







   Dieselbe Regierung ((in Schleswig)) hat ferner bekannt gemacht, daß im Laufe dieses Frühjahrs auf der Insel Amrum im gleichnamigen Hafen ein Leitfeuer angezündet werden wird. Bei einem kleinen eisernen Häuschen werden zwei eiserne Laternenpfähle errichtet werden, an denen während der Nacht der Leuchtapparat und bei Tage ein schwarz und weiß gestreifter Ballon aufgezogen werden wird.
Linsen-Leuchtapparat (Fresnel).
   Das Leitfeuer wird 1800 Met. in ostsüdöstlicher Richtung von dem Hauptfeuer, hart am östlichen Ufer des Hafens, zu stehen kommen; dasselbe muß dann beim Einsegeln mit dem Hauptfeuer in Deckpeilung gehalten werden. Die genaue Beschreibung dieses Feuers wird nach erfolgter Anzündung bekannt gemacht werden.

Hafenfeuer Amrum in Betrieb genommen

Anzündung eines Leitfeuers im Hafen von Amrum
[NfS. No. 453 v. 08. Juli 1876]


   Die Königliche Regierung zu Schleswig, Abtheilung des Innern, hat unter dem 23. Juni d.J. bekannt gemacht, daß das am 22. April d.J. angekündigte weiße feste Feuer (Petroleum-Lampe) auf Amrum (s. diesj. "Nachr. f. Seef." No.302) nunmehr angezündet worden ist. Dasselbe wird durch die bei dem großen Leuchtthurm auf Amrum wohnenden Leuchtfeuer-Beamten jeden Abend mit Sonnenuntergang, so lange die Schiffahrt nicht durch Eis gesperrt ist, angezündet und mit Sonnenaufgang wieder ausgelöscht werden. Da das isolirt gelegene Leuchtfeuer vom großen Leuchtthurm aus nicht sichtbar ist, so kann eine Controle desselben durch die Beamten während der Nacht nicht stattfinden.
Das Leitfeuer ist 1800 Met. in ostsüdöstlicher Richtung vom großen Leuchtthurm, hart am östlichen Ufer des Amrumer Hafens, erbaut. Der Leuchtthurm besteht aus einem schwarz und weiß gestreiften eisernen Häuschen von 0,9 Met. Breite, 1,4 Met. Länge und 2,1 Met. Höhe, welches zwei schwarz und weiß gestreifte eiserne Laternenträger von 3,8 Met. Höhe trägt. Das Häuschen steht auf einem Erdhügel von 3 Met. Höhe über gewöhnlichem Hochwasser. Die Laternenträger dienen zum Aufwinden einer Laterne (Fresnel'scher Construction), deren Flamme auf 8 Met. über gewöhnlichem Hochwasser aufgezogen wird und bei klarer Luft 6 bis 7 Seem. weit sichtbar ist. Das Feuer leuchtet über einen Bogen von 90 Grad, dessen Nordostgrenze auf die St. Laurentius- Kirche zu Föhr trifft und die Schiffahrtsrinne über den Mittelsand für die Wattenfahrzeuge kennzeichnet; die Südostgrenze führt über die "Witte Düne", die südöstliche Spitze von Amrum.
   Beim Einsegeln in den Amrumer Hafen, von der Norderaue aus, ist das Leitfeuer genau in Deckpeilung mit dem großen Leuchtthurm zu halten, welcher auf der großen Amrumer Düne in 54°37'56" Nord-Br. und 8°21'27" Ost-Lg. steht. Um das Einsegeln am Tage zu erleichtern, wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, an Stelle der Laterne, ein schwarz und weiß gestreifter cylinderförmiger Ballon von 0,5 Met. Durchmesser und 1,5 Met. Höhe, auf 8 Met. über gewöhnlichem Hochwasser aufgezogen werden.

1886
1906

Feuer wird verändert
[NfS. No. 214 v. 3.2.1906]

   Vom 1. März d.J. ab wird das weiße Festfeuer auf der Insel Amrum, das als Unterfeuer in Linie mit dem Hauptfeuer die Einfahrt in den Amrum-Hafen bezeichnet, in ein rotes Festfeuer verändert werden, um Verwechslungen mit den Ankerlaternen der Schiffe im Amrum-Hafen zu vermeiden.
Gleichzeitig werden auf dem Kopfe der Anlegebrücke zu Wittdün zwei grüne Laternenfeuer anstatt der jetzigen Laternenfeuer (1 rotes und1 grünes) gezeigt werden.
   Geogr. Lage des Amrum-Unterfeuers: 54°37´54´´N 8°23´9´´O.
1907

Wittdün-Feuers wird verändert
[NfS. No. 1783 v. 10.8.1907]

   Der Leuchtapparat des Unterfeuers Wittdün,das, in Linie mit dem Oberfeuer gehalten, die Einfahrt in den Amrumer Hafen bezeichnet, wird am 15. August 1907 durch eine einfache Lokomotivlaterne ersetzt werden, die, wie bisher, ein rotes Festfeuer zeigt, das in der Richtfeuerlinie eine Lichstärke von etwa 105 H-K. und eine mt. Tragweite von 7,5 Sm hat.
   Von dieser Mittellinie nimmt die Tragweite des Feuers nach den Seiten hin ständig ab und wird an den Grenzen des Leuchtwinkels 17,5° zu jeder Seite der Mittellinie gleich Null; der Leuchtwinkel beträgt also 35°.
Im übrigen bleibt das Feuer unverändert.
Geogr. Lage: 54°37´54´´N-Br., 8°23´9´´O-Lg.

Wittdün-Feuers ist verändert
[NfS. No. 1887 v. 24.8.1907]

   Die Auswechslung des Leuchtapparates für das Unterfeuer Wittdün auf Amrum ist am 15. August 1907 erfolgt.
1914

Leuchtturm Amrum, Oberfeuer (Lfd.Nr. 636)
...

Wittdün, Unterfeuer (Lfd.Nr. 639), etwa 1800 m vom Oberfeuer

Geogr. Lage: 54°37´54´´N, 8°23´9´´O
Kennung: F. r. (Petr.)
Höhe des Feuers über HW: 8 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 5,2 m
Sichtweite: 5 Sm
Angaben: Schwarz und weiß gestreifte, eiserne Hütte mit Lampenträger. Die Hütte ist von einem braunen Bretterzaun umgeben und nicht zu sehen.
Bemerkungen: Unbewacht.
Von der Mittellinie nimmt die Lichtstärke des Feuers nach den Seiten hin ständig ab und und wird an den Grenzen des 70° betragenden Leuchtsektors, 35° an jeder Seite der Mittellinie, gleich Null.
Kennzeichnet—das Oberfeuer NO-lich gut frei vom Unterfeuer&#8212,die Einfahrt in den Amrumer-Hafen, bei Eisgang nicht angezündet.
2 F. gn. brennen, ausgenommen in mondhellen Nächten im Sommer, auf der Anlegebrücke zu Wittdün und Amrum. Sie erleichtern den Dampfern das Anlegen.

1927

Änderung des Wittdün-Feuers geplant
[W-A. Husum 5.3.1927; (NfS. Nr. 916 v. 12.3.1927)]

   1.    Das mit Petroleum gespeiste Unterfeuer Wittdün auf ungf. 54°38´N, 8°23´O, das in Linie mit dem Oberfeuer die Einfahrt in den Amrum-Hafen bezeichnet, wird in nächster Zeit für Flüssiggasglühlicht eingerichtet. Zu diesem Zweck wird die eiserne Hütte mit Laternenträger, die bis zum Jahre 1919 als Unterfeuer diente und etwa 60 m südlich von dem jetzigen Unterfeuer (Holzmast mit Bretterzaun) stand, in der Richtungslinie hinter dem Holzmast aufgestellt und an ihrer N-Seite mit einem liegenden Gaskessel und am Laternenträger mit einer kleinen Plattform ausgerüstet. Nach Fertigstellung wird der Holzmast entfernt werden.
Das Feuer bleibt ein F. r., wird aber fünf- bis sechsmal lichtstärker sein als früher.

   2.    Das mit Petroleum gespeiste Unterfeuer Steenodde auf ungef. 54°38´N, 8°22´O, das in Linie mit dem Oberfeuer das Fahrwasser in der Norder Aue kennzeichnet, wird ebenfalls in nächster Zeit für Flüssiggasglühlicht eingerichtet.
An der N-Seite des steinernen Häuschens wird ein Gaskessel angebaut; der Gittermast erhält eine kleine Plattform;
weitere Änderungen treten nicht ein, das Feuer wird aber ebenfalls lichtstärker sein als früher.

Änderung des Wittdün-Feuers ausgeführt
[NfS. Nr. 1987 v. 14.5.1927]

   Die Umänderung der beiden Petroleumfeuer Wittdün auf Amrum auf ungf. 56°28´N, 8°23´O, in Flüssiggasglühlichtfeuer ist durchgeführt.
   1.    Die Leuchtbake des Unterfeuers Wittdün besteht aus einer schwarz-weiß gestreiften, eisernen Hütte mit Laternenträger und Plattform.
An der N-Seite der Hütte schließt sich ein liegender, überdachter Gaskessel an. Die Hütte steht auf einem Erdhügel. Das Bauwerk ist 5,8 m hoch. Die Feuerhöhe liegt 8 m über Wasser. Das rote Feuer ist etwa 8,5 Sm sichtbar.

   2.    Die Leuchtbake des Unterfeuers Steenodde ...
1939

Feuer angezündet
[W-A. Tönning 17.8.1939; (NfS. Nr. 3492 v. 26.8.1939)]

Geogr. Lage: 54°37´36´´N, 8°22´51acute;´O, auf einer Dünenkuppe und 1800 m (9,7 Kblg) rw. 113,2° vo Amrum-Hauptfeuer.
Karteneintragung: F. 13 Sm und Richtlinie mit Vermerk: F. in Linie"
Kennung: Weißes Festfeuer
Feuerhöhe über Wasser: 20,5 m
Sichtweite: 13,1 Sm
Tragweite: 19,0 Sm
Feuerträger: Roter, eiserner Gittermast mit Plattform, zwei übereinander stehenden Scheinwerfern (der obere als Reserve) und angebauter, roter, eiserner Hütte. Höhe der Oberkante der oberen Laterne über Hochwasser 21,2 m, über dem Erdboden 8,7 m.
Lichtquelle elektrisch.
Angaben: Das Feuer führt als Unterfeuer in Linie rw. 293,2° mit dem Hauptfeuer als Oberfeuer durch das Nebenfahrwasser von der Süder Aue zur Norder Aue, südwestlich vom Schweinsrücken.

1950

Unterfeuer Wittdün (Nr. 630), auf einem Erdhügel, etwa 1 sm vom Oberfeuer

Geogr. Lage: 53°37´54´´N, 8°23´9´´O
Kennung: F. r.
Höhe des Turmes über Hochwasser: 8 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 5,8 m
Sichtweite: 8,5 Sm
Angaben: Schwarz - weiß gestreifte, eiserne Hütte mit Laternenträger und Plattform

1972

Wittdün Oberfeuer = Leuchtturm Amrum (B 1686)
...

Wittdün, Unterfeuer (Lfd.Nr. 639), etwa 1800 m vom Oberfeuer





Geogr. Lage: 54°38´N, 8°23´O
Kennung: F. r.
Höhe: 8 m
Höhe über Erdboden: 6 m
Sichtweite: 10 Sm
Angaben: Schwarz-weiß gestreifte Hütte mit Laternenträger und Plattform.
Bemerkungen: Lichtstark in der Rcht-F-L.
Rcht-F-L. 273°

1983
Richtfeuerlinie Wittdün aufgehoben

Wittdün-Unterfeuer umbenannt
[NfS. 4693 v. 17.12.1983]

Geogr. Lage: Ungf. 54°37,9´N 8°22,9´E
Karteneintragung: Amrum-Hafen-U-F.
1987

(T) Unterfeuer Amrum-Hafen gelöscht
(WSA Tönning 51/87) 25/87

Amrum-Hafen, Unterfeuer auf 54°37,9´N 8°22,9´E gelöscht
1988

Richtfeuer geändert
[WSA Tönning 88/88 (NfS. 25 v. 24.6.1988)]

Unterfeuer Amrum-Hafen auf 54°37´52´´N 8°22´56´´E
mit Glt. r. 4s 10sm.

Oberfeuer Amrum-Hafen auf 54°37´55´´N 8°21´22´´E
mit Glt. r. 4s 15sm.

Richtfeuerlinie geändert von 273° durch Richtfeuerlinie 272,9°.

1990

Feuer zeitweise gelöscht
[NfS. 27 v. 6.7.1990 (WSA Tönning 80/90)]

(05220) Amrum-Hafen, Unterfeuer (T) gelöscht
(05221) Amrum-Hafen, Oberfeuer  (T) gelöscht

1992

Feuer gelöscht
[NfS. 11 v. 13.3.1992 (WSA Tönning 20/92)]

Amrum-Hafen, Unterfeuer gelöscht
Amrum-Hafen, Oberfeuer  gelöscht

2003






Unterfeuer Amrum-Hafen (B 1685)

Geogr. Lage: 54°38´N, 8°25´O
Kennung: Iso. R. 4 s
Höhe: 11 m
Nenn-Tragweite: 10 Sm
Angaben:
Rot-weiß. waagerecht gestreifter Mast (5 m)


Oberfeuer Amrum-Hafen (B 1685.1)

Geogr. Lage: 54°38´N, 8°21´O
Kennung: Iso. R. 4 s
Höhe: 33 m
Nenn-Tragweite: 15 Sm
Angaben:
Rot-weiß. waagerecht gestreifter Mast (5 m)

Bemerkungen: Richtfeuerlinie 272°, gleichgängig.


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