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Der Zeitball am Eingang des Hafens von Bremerhaven (Holzstich von Robert Friedrich Stieler nach einer Zeichnung von H. Marutzky, um 1876.)

Zeitball Bremerhaven

Geogr. Lage: 53°32´50,6´´N, 8°34´7,5´´O    Standort: Nordmole vom Neuen Hafen     In Betrieb seit: 1. Oktober 1876    Außer Betrieb seit: 1928



1876
Zeitball Bremerhaven in Betrieb genommen

1877
1893
Unterfeuer Bremerhaven errichtet



Fallzeit der Zeitballsäule verändert
[NfS. Nr. 796 v. 22.4.1893]

   Nach Mittheilung des Reichs-Postamts fallen mit der gesetzlichen Einführung der mitteleuropäischen Zeit seit dem 1. April d.J. die Zeitbälle zu Cuxhaven und Bremerhaven um 0h 0m0s mittlerer europäischer Zeit gleich 11h 0m0s mittlerer Greenwicher Zeit und um 1h 0m0s mittlerer europäischer Zeit gleich 0h 0m0s mittlerer Greenwicher Zeit.
1894

Anstrich der Zeitballsäule zu Bremerhaven
[NfS. Nr. 2196 v. 29.9.1894 ]

Die Zeitballsäule zu Bremerhaven hat einen hellgrauen Anstrich erhalten.
1896

Zeitball Bremerhaven, 137 m Südwest vom Leuchtturm

Geogr. Lage: 53°32´50,6´´N-Br. 8°34´7,5´´O-Lg.
Angaben:

Schwarzer Zeitball, Durchmesser 1,5 m
Fallhöhe 3 m,
Hellgraue Säule,
Höhe über Hochwasser: 39 m
Höhe über Erdboden: 37 m

Bemerkungen:

Der Ball fällt zweimal. 10 min vorher wird er halb und 3 min vorher gehißt.
Fiel der Ball nicht zur angegebenen Zeit, so wird innerhalb 3 min ein roter Ball von 40 cm Durchmesser an einem der Drahtseile des Gerüstes 5 min lang gehißt und die Fallzeit bekannt gemacht.
Fiel er überhaupt nicht, so wird der rote Ball innerhalb 3 min nach der vorschriftsmäßigen Signalzeit halb gehißt und bleibt in dieser Stellung, bis der Zeitball herabgelassen ist. Erscheint die Abgabe des nächsten vorschriftsmäßigen Signals nicht gesichert, so wird der rote Ball halb gehißt und bleibt in dieser Stellung bis die Störung beseitigt ist.
   Die geographische Lage des Zeitballes auf der deutschen Admiralitätskarte weicht um 16,5 Bogensekunden von der im Verzeichnis der Zeitsignalstationen angegebenen, astronomisch ermittelten Position in der Länge ab, weil der Karte die geographischen Koordinaten der Landvermessung zugrunde gelegt sind.

1924

Zeitsignale
[NfS. Nr. 916 v. 22.3.1924]









   Zeitsignale mit Ball in Swinemünde, Cuxhaven, Bremerhaven, Bremen und Emden werden vom 1. April 1924 ab nur noch um 12h 0m0s mittags mitteleuropäische Zeit gegeben werden; die zweite Abgabe um 1h fällt weg.
1925

Zeitballanlage gestört
[NfS. Nr. 4702 v. 31. Oktober 1925]









Zeitballanlage auf
53°32´50,6´´N, 8°34´7,5´´O
ist gestört.
1926

Zeitball instandgesetzt
[NfS. Nr. 739 v.13.2.1926]

   Zeitballanlage auf 53°32´50,6´´N, 8°34´7,5´´O ist wieder instandgesetzt.
Der Zeitballdienst ist wieder aufgenommen worden.
1928
Zeitballsignalanlage außer Betrieb genommen

Zeitballsignalanlage außer Betrieb
[NfS. Nr. 4694 v. 22.12.1928]

Bremerhaven, Zeitball
Geogr. Lage: 53°32,8´N, 8°34,3´O

   Laut Mitteilung der Deutschen Seewarte werden wegen Umwandlung der Zeitballsignale Bremerhaven in eine Lichtzeitsignalanlage vom 1. Januar 1929 bis auf weiteres keine Zeitsignale mehr abgegeben. Die Wiederinbetriebnahme wird bekanntgemacht.

1929
Lichtzeitsignal in Betrieb genommen

Lichtzeitsignal
[NfS. Nr. 3006 v. 2.8.1929] Frühere NfS. 28—4694

Geogr. Lage: 53°32,8´N, 8°34,3´O, auf der Zeitballsäule
Karteneintragung: Ändere "Ztbl." in "Zt-Sgn."
Angaben:

In Bremerhaven ist an Stelle des Zeitballs eine Lichtzeitsignallaterne aufgestellt worden. Die Auslösung des Lichtzeitsignals erfolgt um 6u, 12u, 18u, und 24u M.E.Z., beginnend 5 Minuten vor der vollen Stunde, nach dem Schema:

55m Os_____56m Om      57m Os_____58m Om       59m Os_____60m Om

   Die Auslösung erfolgt automatisch durch eine Pendeluhr, die von der Hauptagentur der Deutschen Seewarte in Bremerhaven nach dem Nauener Funkzeitsignal kontrolliert wird.
1946
Zeitball-Turm wurde abgerissen



   ⇒   "Das deutsche Zeitballwesen" (Egon Wehmeyer, 2012)


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