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Leuchtfeuer auf Eversand

Geogr. Lage: 53°43,5´N-Br., 8°20,65´O-Lg. und 53°44,4´N-Br. und 8°21,3´O-Lg     Standort: Eversand    
Im Betrieb seit: 15. August 1887    Gelöscht: 1923



[Zeitschrift für das Seewesen Nr. 34 v. 14. Februar 1869]

   "... Für die Weser wurde für nothwendig erachtet, ausser dem für die Jade- und Wesermündung bestimmten und missweisend NW. 3 bis 4 Seemeilen von der Schlüsseltonne zu stationirten Feuerschiffe zwei neue Feuer auf Eversand und eins bei der Jungfernbake anzubringen.
Sind die beiden Feuer auf Eversand in Linie gebracht, so hat der Schiffer seinen Curs zu ändern, um vom Dwasgatt ins Wurster Fahrwasser zu kommen. Hierdurch würde ein Befahren der Weser auch bei Nachtzeit und schlechtem Wetter möglich sein."


1887

Leuchtfeuer neu errichtet
[Nachrichten für Seefahrer No. 1247 v. 23. Juli 1887 ]

   Die zur Bezeichnung der Einsegelung in die Weser neuerrichteten Leuchtfeuer werden voraussichtlich am 15. August d. J. in Betrieb gesetzt werden und von diesem Tage an von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang regelmäßig brennen.

Der Thurm auf Meyers Legde ...

Die beiden Feuer auf Eversand (ungf. Lage: 53°43,5´N-Br., 8°20,65´O-Lg. und 53°44,4´N-Br. und 8°21,3´O-Lg.) werden ein weißes bezw. ein rothes festes Feuer 5. Ordnung zeigen und, in eins gehalten, durch das Wurster Fahrwasser führen.

Die Leuchtbake bei Solthörn (Salzhörn) ...


Richtfeuer Eversand in Betrieb genommen

Leuchtfeuer errichtet
[NfS. No. 1365 v. 13.8.Juli 1887 ]

   Das "Tonnen- und Baken-Amt" zu Bremen hat bekannt gemacht, daß die Feuer der neuerbauten Leuchtthürme auf dem Eversand und der Meyers Legde, sowie der Leuchtbake zu Salzhörn in der Weser-Mündung am 15. August d. J. angezündet und von diesem Tage ab regelmäßig von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang brennen werden.


   Oberfeuer Eversand

   Der Thurm auf dem Eversand ist aus Eisen konstruirt. Der Unterbau besteht aus 4 Hauptpfosten, auf welchen sich der mit abgerundeten Ecken nach ober verjüngende, ein Viereck bildende massive Oberkörper erhebt, über welchem sich schließlich die Laterne mit Kuppeldach befindet.
   Die Höhe dieses Thurmes bis zur Spitze des Laternendaches über Hochwasser beträgt für Eversand-Oberfeuer 34,31 m.
Der Thurm und die Laterne hat einen schwarzen Anstrich.
   Ein festes, weißes Feuer 29,2 m über Hochwasser, Linsenapparat 3. Ordnung, zwischen den Peilungen N40°W über Nord bis N37°O 10-12 Sm weit sichtbar.
Bei Nebel werden die Glockensignale (2 Schläge) gegeben, welche sich nach kurzen Pausen wiederholen.
Geogr. Lage: 53°45´2´´N-Br., 8°20´50´´O-Lg.


   Unterfeuer Eversand

   Der Thurm auf dem Eversand ist aus Eisen konstruirt. Der Unterbau besteht aus 4 Hauptpfosten, auf welchen sich der mit abgerundeten Ecken nach ober verjüngende, ein Viereck bildende massive Oberkörper erhebt, über welchem sich schließlich die Laterne mit Kuppeldach befindet.
   Die Höhe dieses Thurmes bis zur Spitze des Laternendaches über Hochwasser beträgt für Eversand-Unterfeuer 21,04 m.
Der Thurm hat einen schwarzen, die Laterne einen weißen Anstrich.
   Ein festes, weißes Feuer 15,5 m über Hochwasser, Linsenapparat 3. Ordnung, zwischen den Peilungen N43°W und N12°W 10-12 Sm weit sichtbar.
Bei Nebel werden die Glockensignale (4 Schläge) gegeben, welche sich nach kurzen Pausen wiederholen.
Geogr. Lage: 53°44´29´´N-Br., 8°21´24´´O-Lg.


Die beiden Feuer bezw. Thürme, Eversand-Oberfeuer und -Unterfeuer, welche 1200 m in der Richtung S33°O von einander stehen, in Linie gehalten, die Kursrichtung durch das Wurster Fahrwasser.
1888

Veränderung der Nebelsignale
[NfS. No. 95 v. 21.1.1888]

   Das "Tonnen- und Bakenamt" zu Bremen hat am 18. Januar d.J. bekannt gemacht, daß nachstehende Nebelsignale nunmehr auf der Weser gezeigt werden:

4. Auf dem Leuchtthurm Eversand (Oberes Feuer) wird die Nebelglocke in kurzen Pausen je zwei Mal hintereinander angeschlagen.

5. Auf dem Leuchtthurm Eversand (Unteres Feuer) wird die Nebelglocke in kurzen Pausen je vier Mal hintereinander angeschlagen.

1896

Bakenstange errichtet
["Neue Hamburger Zeitung v. 18.8.1896]

1897

Signalstationen auf Ever Sand
[NfS. No. 2059 v. 31.7.1897]

Nach Meldung des Kaiserlichen Küstenbezirksamtes V in Bremerhaven befindet sich auf Ever Sand eine Signalstation.

Bemerkung über die Signalstation auf Ever Sand
[NfS. No. 2102 v. 7.8.1897]; vgl. No. 2059 d. diesj. NfS

   Nach Meldung des Kaiserlichen Küstenbezirksamtes V in Bremerhaven befinden sich auf den Leuchtthürmen von Ever Sand keine eigentlichen Signalstationen, sondern nur Telegraphenstationen, welche mittels des "Internationalen Signalbuches" aufgegebenen Signale telegraphisch weiter befördern.
1898
Ever-Sand-Richtleuchttürme
   Das Unterfeuer steht auf dem Watt an der Nordseite des Dwars-Gats, das Oberfeuer 1200 m rw. 328° (mw. NzW 7/8 W) vom Unterfeuer. Die Türme führen in Linie gehalten durch den unteren Teil des Wurster Fahrwassers.
1905

Eversand-Feuer verstärkt
[NfS. No. 857 v. 6.5.1905 ]







   Im Mai d. J. werden die beiden Eversand-Leuchtthürme mit Petroleum-Glühlicht an Stelle der bisherigen Petroleum-Dochtlampen ausgestattet werden.
Das Licht wird dann eine weiße Färbung besitzen, welche derjenigen des elektrischen Bogenlichtes ähnlich ist.
Im Falle des Versagens der Petroleum-Glühlichter werden aushilfsweise die bisherigen Dochtlampen gebrannt werden.

"Mündungen der Jade & Weser" (Reichs-Marine-Amt, Berlin 1902)

1906

Quermarkenfeuer angebracht
[NfS. No.1891 v. 18.8.1906]

   Auf dem Leuchtturme Eversand-Oberfeuer werden gegen Ende August d. J. zwei rote Quermarkenfeuer eingerichtet werden, die ungefähr zwischen den Peilungen rw. 13° und rw. 36° und rw. 353° liegen.
   Die neuen Quermarkenfeuer haben nur Bedeutung für die in Ausführung befindliche Änderung des Feuers von Meyerslegde.

Feuer verändert
[NfS. No. 2455 v. 27.10.1906]

1. Der O-liche rote Festfeuersektor (Quermarke) auf dem Eversand-Oberfeuer ist nach O-licher Richtung verschoben worden.
2. Das Eversand-Unterfeuer wird künftig nicht wie bisher 4, sondern 5 Gruppen von Unterbrechungen in jeder Minute zeigen.
1908

Warnungssignale am Eversand-Leuchturm
[NfS. No. 48 v. 11.1.1908]

   Auf dem Leuchtturm für das Eversand-Unterfeuer ist eine Einrichtung zur Abgabe von Fahrwasserstörungssignalen hergestellt worden, wie solche schon auf der oberhalb Bremerhaven liegenden Strecke der Weser vorhanden sind.
   Bei eintretenden Störungen im Fahrwasser durch Wracks oder an Grund geratene Fahrzeuge unterhalb Bremerhavens werden vom genannten Leuchtturm die nachstehenden Signale bei Nacht gegeben werden, und zwar für die Fahrwasserstrecke:

1. Von See bis Hoheweg ein rotes und ein weißes Licht ( in diesem Zusammenhang einkommend vom Beobachter gesehen)
2. Von Hoheweg bis Meyerslegde zwei rote Lichter
3. Von Meyerslegde bis Bremerhaven zwei weiße Lichter,

waagerecht nebeneinander angebracht.

Tagsüber besteht das Warnungssignal, einerlei auf welcher Strecke sich die Fahrwasserstörung befindet, aus einer grünen viereckigen Flagge.
1914


Ober Ever Sand, (Nr. 1427), 1200 m rw. 328° vom Unterfeuer

Geogr. Lage: 53°45´0´´N 8°21´0´´O
Kennung: F. w. & r. (Petr.-Glühlicht)
Sichtweite: w.16, r. 14 Sm
Feuerhöhe über Hochwasser: 29,2 m
Turmhöhe über Erdboden: 34,3 m über Hochwasser
Turmhöhe über dem Sande: 35,5 m über Hochwasser
Angaben:
Schwarzer, viereckiger, nach oben sich verjüngender, eiserner Turm mit abgerundeten Ecken auf 4 Pfeilern;
runde, schwarze Laterne,



Unter Ever Sand, (Nr. 1424),auf dem Watt an der N-Seite des Dwars Gats

Geogr. Lage: 53°44´28´´N 8°21´36´´O
Kennung: F. gn. & Ubr. Grp. (Petr.-Glühlicht)
Sichtweite: w.13, r. 13, w. 15 Sm
Feuerhöhe über Hochwasser: 15,5 m
Turmhöhe über Erdboden: 21 m
Angaben: Weißer, runder, nach oben schwach verjüngter, gemauerter Turm mit roter, runder Laterne mit halbkugelförmigem Kuppeldach.


Bemerkungen: Richtfeuer führen, in Linie in rw. 328°, durch den unteren Theil des Wurster Fahrwassers.
Unterstehen dem Bremer Staat.

1923

Feuer werden gelöscht
[Seez. Bremen 23. August 1923, (NfS. Nr. 2565 v. 25.8.1923]

   1. Auf der Außenweser werden im Laufe des Monats September 1923 die folgenden, zur Bezeichnung des Dwarsgats und des Wurster Fahrwassers dienenden Feuer dauernd gelöscht :

a)   Eversand-Oberfeuer auf ungf. 53°45´N, 8°21´O.
b)   Eversand-Unterfeuer auf ungf. 53°44´N, 8°22´O.
c)   Meyerslegde-Leitfeuer auf ungf. 53°43´N, 8°25´O.
d)   Solthörn-Leitfeuer auf ungf. 53°41´N, 8°29´O.


   Auf dem Meyerslegde Leuchtturm bleibt das als Quermarkenfeuer rot-weiß-rot zur Bezeichnung des Überganges bei der Leuchtglockentonne Q im Fedderwarder Fahrwasser dienende F. w. & r. sowie das F. zur Bezeichnung des Wattfahrwassers zwischen der Elbe und der Weser weiter in Betrieb. ...
Eversand-Feuer gelöscht

Feuer gelöscht
[Seez. Bremen 15. September 1923; (NfS. Nr. 2850 v. 22.9.1923]







   Mit Bezugnahme auf die N.f.S. 23--2565 wird bekanntgegeben, daß die folgenden zur Bezeichnung des Dwarsgats und des Wurster Fahrwassers dienenden Feuer dauernd gelöscht sind:

a)   Eversand-Oberfeuer auf ungf. 53°45´N, 8°21´O.
b)   Eversand-Unterfeuer auf ungf. 53°44´N, 8°22´O.

c)   Meyerslegde-Leitfeuer auf ungf. 53°43´N, 8°25´O.
d)   Solthörn-Leitfeuer auf ungf. 53°41´N, 8°29´O.


   Von den Türmen der Eversand-Richtfeuer werden Nebelsignale und Warnsignale für Fahrwasserstörungen nicht mehr abgegeben;
ebenso sind die dortigen Signalstellen eingegangen.


Zufluchtsstätte geplant
[Seez. Bremen 12. November 1923; (NfS. Nr. 3153 v. 20.10.1923]





   Zufluchtsstätte wird demnächst in dem außer Betrieb gesetzten Leuchtturm des Eversand-Oberfeuers auf ungf. 53°45´N, 8°21´O eingerichtet werden.


Zufluchtsstätte eingerichtet
[Seez. Bremen 13. November 1923;
(NfS. Nr. 3491 v. 17.11.1923]


   Auf dem Turm des früheren Eversand-Oberfeuers ist eine Zufluchtsstätte eingerichtet worden.


Das Unterfeuer wurde nach 1923 nicht weiter genutzt.

Heute ist es der sogenannte "Kormoran-Turm", nachdem tausende Kormorane dieses Bauwerk bevölkern.
2000

Zufluchtstelle für Schiffbrüchige
[Hb-Berichtigung WSA Bhv 35/00; NfS. 27 v. 7.7.2000]

Zufluchtstellen für Schiffbrüchige sind im Leuchtturm Alte Weser (53°52´N 008°08´E) und im Obereversand-Turm (53°45´N 008°21´E).
Anmerkung: Die Zufluchtstelle im Obereversand-Turm ist wegen Einsturzgefahr nicht benutzbar (2000)
2003

Balltoppzeichen errichtet
[NfS. 12 v. 21.3.2003]

Ersetze:

OBEREVERSAND-TM durch BRB auf 53°44,90´N 008°20,78´E


   Im Winter 1994/95 wurde durch Eisgang die Unterkonstruktion des Oberfeuers schwer beschädigt. Die notwendigen Instandsetzungskosten überstiegen jedoch die finanziellen Möglichkeiten. Da die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, entschied man sich, die Funktion als Rettungsbake aufzugeben.
Das WSA Bremerhaven konnte das Bauwerk nicht mehr unterhalten und suchte einen neuen Träger.
    Eine Gruppe von leuchtfeuer- und schiffahrtsinteressierten Personen engagierte sich für den Erhalt und die Unterhaltung des ehemaligen Leuchtturmes Eversand Oberfeuer und gründeten den

"Förderverein Leuchtturmdenkmal Obereversand e.V.".

Ziel war es, das Bauwerk auf das Deichvorland in Dorum-Neufeld zu versetzen.

Ein Leuchtturm geht auf Reisen


   Mit enormen finanziellen und technischen Aufwand sowie viel Engagement wurden alle Voraussetzungen geschaffen und am 27. Februar 2003 stand tatsächlich der alte Eversand-Turm auf dem Festland.
Am Sonnabend, den 14. August 2004 wurde das Leuchtturmfeuer nach 81 Jahren wieder, aber jetzt als Hafenfeuer, gezündet.



Obereversand (Lfv. Teil 3 2003, Nr. 15450), Privatfeuer

Geogr. Lage: 53°45´N 008°31´E
Kennung: F.
Sektor: 035° — 149°
Höhe: 49 m
Tragweite: 5 M
Angaben: schwarzer viereckiger Turm auf vier Pfeilern (ehem. Eversand, Ob-F.)


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