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Leuchtturm Staberhuk

Geogr. Lage: 54°24´15´´N-Br. 11°18´53´´O-Lg     Standort: SO-Huk Fehmarn     In Betrieb seit: März 1904













   Eines der wenigen Gehölze auf der Insel ist das "Staberhuker Holz", früher genannt"Staberholt" oder "Staberdorper Holtweiden", welches jedoch schon Anfang des 18. Jahrhunderts bereits fast vollständig eingegangen war. Wahrscheinlich war die Eichelmast, die im 17. Jh. dort betrieben wurde, die Ursache des Eingangs der Hölzung.

   Im Jahre 1748 kaufte Johann Mackeprang aus Blieschendorf vom dänischen Staat das "Staberholt", baute dort Gebäude und nannte seinen neuen Besitz Staberhof.
Dieser legte nun eine 8,34 ha große Hölzung an.

"Geometrisch Grundriss von dem Lande Femeren" (Johannes Mejer anno 1648)


   Im Kaufcontrakt von 1748 zwischen dem dänischen König Friedrich V. und Jacob Mackeprang heißt es:

"...Die Hölzung darf er (Jacob Mackeprang) sich auf gute hauswirtschaftliche Weise zu Nutze machen, und die verdorrten und ganz verdorbenen Bäume auf vorgängige Anweisung zwar sogleich niederschlagen, hingegen lässt er sich das übrige Gehölz und dessen Beibehaltung, auf Anpflanzung junger Bäume äußerster Möglichkeit angelegen sein, sorget auch insbesonderheit dafür, dass beständig eine gute Anzahl Bäume zum Merkzeichen der Seefahrer unterhalten werde, als von welchen er ohne Anweisung einige zu fällen nicht befugt ist."











   Seitdem wird das Staberhuker Holz als Seezeichen bezeichnet und in allen Seekarten und-büchern als solches geführt.






   Rund um Fehmarn standen um 1830 insgesamt 16 Feuerbaken an allen Ecken der Insel, um die Seefahrenden vor der Küste und den Untiefen zu warnen. Gerade vor Staberhuk, am Staberort, waren zwei gefährliche unter Wasser liegende Riffs, die durch besonders große Steine noch gefährlicher wurden.
   Auf der dänischen Karte erkennt man zwei Baken, Stangen mit Feuerkörben, die das Riff markierten.
Die Feuerbaken gelten als die ersten Leuchtfeuer an der Insel-Küste.


Dänische Karte von der Insel Fehmern, 1830



   Viele Schiffsstrandungen am Staberort machten deutlich, daß auch an dieser SO-Spitze ein Leuchtturm von großer Bedeutung wär. Als aber hier am 1. September 1898 das Torpedoboot der Kaiserlichen Marine S 85 unter dem Kapitän Titus Türk im Sturm am Staberhuk während einer Übungsfahrt bei Sturm auf Strand lief, beschloß die Marine nun endlich einen Leuchtturm zu errichten, den letzten auf der Insel Fehmarn.

   Eingesetzt wurde die große Laterne vom Leuchtturm Helgoland, die seit 1902 zur Verfügung stand.
Sorgfältig verpackt wurde die kostbare Ladung im Laderaum des Schiffes "Heinrich Wilhelm" von Helgoland nach Fehmarn transportiert.

HelgolandStaberhuk


1903

Staberhuk-Leuchtturm im Bau
[NfS. Nr. 1510 v. 18.7.1903 ]











   Die Wasserbauinspektion in Plön hat unter dem 9. Juli d. J. bekannt gemacht, daß gegenwärtig auf der Staberhuk, SO-Spitze der Insel Fehmarn ein Leuchtturm errichtet wird, auf dem frühestens am 1. Oktober d. J. ein unterbrochenes Feuer angezündet wird.
1904
Staberhuk-Feuer probehalber in Betrieb

Staberhuk-Feuer versuchsweise angezündet
[NfS. Nr. 277 v.13.2.1904]

   Die Wasserbauinspektion in Plön hat unter dem 5. Februar d. J. bekannt gemacht, daß im neuerbauten Leuchtturm zu Staberhuk, der SO-Spitze der Insel Fehmarn; Mitte Februar d. J. einweißes Gruppen-unterbroches Feuer zunächst probeweise angezündet werden wird, das alle 16sek eine Gruppe von zwei Verdunkelungen von je 1sek Dauer zeigt; die Lichterscheinung in der Gruppe zwischen den Verdunkelungen beträgt 3sek, nach der Gruppe 11sek. Das Feuer beleuchtet einen Bogen von 285° in den Peilungen von rw. 165° (S15°O) über S, W und N bis 90° (O) und ist 15 Sm weit sichtbar. Es hat eine Lichtstärke von 2400 Hefnerkerzen; die Lichtquelle besteht aus einer zweidochtigen Mineralöllampe mit einer Fresnelschen Linse von 1,0 m Brennweite.
   Das Feuer brennt 25,6 m über M-Wss. auf einem runden Turme aus gelben Backsteinen mit roter Laterne. Die Höhe des Firstes des Turmes beträgt 22,6 m über M-Wss. (mt. Wasserstand der Ostsee).
S-lich vom Turme steht das aus roten Backsteinen erbaute und mit einem roten Ziegeldache versehene einstöckige Wärtergebäude.
   Geogr. Lage: 54°24´15´´N-Br. 11°18´53´´O-Lg.

Leuchtgrenzen
[NfS. Nr. 359 v. 27.2.1904]

   Die Wasserbauinspektion in Plön hat am 18. Februar d. J. bekannt gemacht, daß die Laterne des Feuers auf Staberhuk in dem Sektor von 44° zwischen den Peilungen von 138° (S42°O) bis 94° (S86°O) abgeblendet ist. Der früher angebene Leuchtwinkel ist für die von Land nicht gedeckte Sichtbarkeit berechnet. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß das Feuer von einem hohen Standpunkte aus über Land auch außerhalb des angegebenen Leuchtwinkels sichtbar wird, und zwar in den beiden Winkeln, die von den Peilungen 165° (S15°O) bis 138° (S42°O) und von 94°(S86°O) bis 90° (O) eingeschlossen werden.

Staberhuk-Feuer endgültig in Betrieb gesetzt

Staberhuk-Feuer endgültig angezündet
[NfS. Nr. 553 v. 26.3.1904]







   Nach einer Mitteilung der Wasserbauinspektion in Plön vom 17. März d. J. ist das Feuer auf Staberhuk nunmehr endgültig in Betrieb gesetzt. Die früher zu 22,6 m angegebene Höhe des Firstes des Turmes über dem mt. Wasserstande der Ostsee gilt nur für den steinernen Turm ohne die eiserne Laterne. Die Höhe bis zur Oberkante des Knaufes über dem Dach der Laterne unterhalb der Wetterfahne beträgt 30 m über demselben Wasserstande.


Sichtbarkeitsgrenzen
[NfS. Nr. 1443 v. 16.7.1904]

   Nach Mitteilung des Kommandanten S.M.S. "Stein" vom 8. Juni d. J. wurde das Staberhuk-Feuer, das zwischen den Peilungen rw. 165° (S15°O) über S.W und N bis 90° (O) sichtbar sein soll, am 7. Juni d. J. abends 11h 47min bei 10 m Augenhöhe und in einem Abstande von 8,5 Sm erst in den Peilung rw. 175° (8,5O) gesichtet. Die Luft war an dem Abende ganz außerordentlich feuersichtig.
1913

   Staberhuk (868), auf der SO-Huk der Insel


Geogr. Lage: 54°24´15´´N 11°18´53´´O.
Karteneintragung: Ubr. Grp. (Leuchtfeueröl)
Höhe des Feuers über Mittelwasser: 25,5 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 22,6 m
Angaben: Gelblich grauer, runder Turm mit roter, eiserner Laterne. S-lich davon das aus roten Backsteinen erbaute Wärterhaus mit rotem Ziegeldach.

Bemerkungen: Sichtbar über 285° von rw. 165° über S, W und N bis rw. 90°.
Das Feuer ist abgeblendet über 44° von rw. 94° bis rw. 138°.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Feuer von einem hohen Standpunkt über Land noch außerhalb des angebenen Leuchtwinkels sichtbar wird, und zwar von rw. 138° bis rw. 165° und von rw. 90° bis rw. 94°.
Wird erst in den Peilung rw. 175° gesichtet, da zwischen den Peilungen rw. 165° und 175° durch das Staberholz verdeckt.


"Mecklenburger Bucht", bericht. bis 1905

1928

Verstärkung beabsichtigt
[NfS. Nr. 2778 v. 4.8.1928]







Geogr. Lage: Ungf. 54°24´N 11°19´O
Angaben: Das Staberhuk-Feuer wird voraussichtlich mit Ablauf dieses Jahres als Lichtquelle elektrisches Glühlicht erhalten.
Die Mittlere Tragweite für weißes Licht wird dann etwa 22 Sm, für den Grünsektor etwa 14,5 Sm betragen. Die Sichtweite sowie Feuerkennung bleiben unverändert.


Lichtquelle geändert
[NfS. Nr. 4391 v. 1.12.1928]

Geogr. Lage: Ungf. 54°24´N 11°19´O
Angaben: Das Staberhuk-Feuer hat als Lichtquelle elektrisches Glühlicht erhalten. Beim Versagen des elektrischen Stromes brennt Flüssiggas-Glühlicht.
1936

Nebelsignalstelle eingerichtet
[NfS. Nr. 2131(P)+3790+3797 v. 29.8.1936]


Zeit der Ausführung: Mitte September 1936; ohne weitere Nachricht;

Geogr. Lage: Ungf. 54°24´N 11°19´O, unmittelbar neben dem Leuchtturm
Karteneintragung: N-S.
Bei Nebel usw.: Signale mit elektrischem Membransender, Tonhöhe 500, nach Lande hin abgeschirmt
Kennung: Morsebuchstaben S T
Schallquellenträger: Graues, mit Blech verkleidetes Gerüst auf der Plattform eines roten Ziegelbaus.

1945
Nebelssignalstelle vorhanden
1974

   Der Gewichtsantrieb für die Optik mit manuellem Aufzug, Fliehkraftregler, Umlenkrollen und Gewichte hat ausgedient.

Seit 1974 regelt ein Elektromotor die Blenden.
1980

Staberhuk (C 1286)

Position: 54°24´N, 011°19´E
Kennung: Ubr. (2) w/gn.-16s
Höhe über Wasser: 26 m
Höhe über Erdboden: 22 m
Nenn-TW: 18/14 (15) sm
Angaben: Gelber Turm mit roter Laterne, S-lich davon roter Ziegelbau mit kleinem grauen Aufbau mit rotem Dach, 2 Hütten mit rotem Ziegeldach, auf der SO-Huk der Insel.

N-S. Mo (ST)-10s Membransender Tonhöhe 500


1987

Im Laufe der Zeit traten am Mauerwerk der Westseite erhebliche Schäden auf, sodass man diese mit roten Klinker erneuerte. So hat der Turm eine einmalige Tageskennung erhalten.

Geringere Tragweite
(WSA Lübeck 126/87) 36/87 v. 4.9.1987











Geogr. Lage: 54°24,2´N 11°18,7´E

   Wegen Baumaßnahmen am Leuchtturm Staberhuk kann es bis Mitte Oktober 1987 zeitweilig zu Beeinträchtigungen der Tragweite des Leuchtfeuers kommen.

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1993
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Das neue Maschinenhaus mit (1993) und ohne Nebelschallsender (2012)

2010


   Staberhuk (C 1286/05540)





Position: 54°24´N, 011°19´E
Höhe über Wasser: 25 m
Höhe über Erdboden: 22 m
Kennung: Oc. (2) WG.
Sektoren: W 175°-063,5. G -071,5, W -090°
Nenn-TW: 18/14 M

Angaben:

Gelber Turm mit roter Laterne, S-lich davon roter Ziegelbau mit kleinem grauen Aufbau mit rotem Dach, 2 Hütten mit rotem Ziegeldach, auf der SO-Huk der Insel.



2018

Feuer beeinträchtigt
[BfS. (T)175/18 WSA Lübeck, 11.09.2018

Position: 54°24,15´N, 011°18,65´E
Zeit der Ausführung: Ab sofort, bis auf weiteres
Gültig von: 11.09.2018
Gültig bis: auf Widerruf
Angaben:

Aufgrund von Bauarbeiten am Leuchtturm Staberhuk (Lfv. lfd.Nr. 205540) kann es zu einer zeitweiligen Beeinträchtigung der Sichtbarkeit des Leuchtfeuers kommen.





Weltbekannt wurde der Leuchtturm Staberhuk durch den expressionistischen Maler Ernst Ludwig Kirchner, welcher sich mehrfach zwischen 1908 und 1914 beim Leuchtturmwärter Ernst Friedrich Lüthmann einquartierte.

   ⇒    Kirchner-Verein Fehmarn



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