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Feuerschiff-Station: "PALMERORT"

Erst-Position: 54°12,5´N 13°24,3´O    Station eingerichtet: 1868/69   Station aufgehoben: 1925




1868
Einrichtung der Feuerschiffs-Station "Palmerort"

Stationirung eines Leuchtschiffes
"Amtsblatt der königlichen Regierung zu Königsberg" vom 12.3.1868



Die Position lag 0,9 Sm südlich von der gleichnamigen Spitze Palmer Ort .
Das Feuerschiff bezeichnete später im Zusammenwirken mit der Richtbaken-Linie Maltzien, die Fahrrinne bei Palmerort.

1872

Greifswalder Bodden, bei Palmerort; Feuerschiff mit festem Feuer

Geogr. Lage: - - -
Höhe über Hochwasser: 62,1 m
Sichtweite: 3-4 Seem.
Errichtet bez. zuletzt verändert: 1869 (?)


1878

Beschreibung
["Die Schiffahrtszeichen an der deutschen Küste, Reichskanzler-Amt, 1878]


   Palmerort (No. 37), an der SO-Ecke der Baggerrinne gl.N. auf 5,3 m Wasser

Geogr. Lage: 53°12´27´´N-Br., 13°25´0´´O-Lg.
Lichterscheinung: Ein rotes festes F.
Beschreibung des Leuchtapparates: 2 Signal-Laternen nach Fresnelschem System
Art des Erleuchtungsmittel: Rüböl mit Petroleum vermischt
Höhe des Feuers über Mittelwasser: 10,98 m
Sichtweite: 11 Sm

Beschreibung: Als Jacht getakeltes roth angestrichenes Schiff, trägt auf beiden Seiten in weisser Schrift den Namen "PALMERORT". Im Topp des Mastes 2 m über den Laternen ein rother Ballon von 1,6 m Durchmesser
Bemannung des Leuchtschiffes: 1 Aufseher, 1 Matrose und 1 Junge
Beschreibung der Nebelsignal-Einrichtung: Bei nebligem Wetter wird mit Glocke geläutet.
Das Feuer ist errichtet: 1868
Das Feuer ist geändert: 1876
Sonstige Bemerkungen: Man muss nördlich von dem Schiffe passiren. Dasselbe liegt nur während der eisfreien Zeit aus.

1894

Beabsichtigte Einführung von Wasserstandssignalen auf dem Feuerschiff "Palmerort"
[N.f.S. No. 328 v. 10.2.1894]

   Nach einer Bekanntmachung desselben Regierungs-Präsidenten vom 31.Januar d.J. ist beabsichtigt, auf dem Feuerschiff "Palmerort" im Greifswalder Bodden die Passirbarkeit und die jeweilige Tiefe des Fahrwassers in der Baggerrinne Palmerort durch Signale anzuzeigen.
   Zu diesem Zweck wird an dem Mast des Feuerschiffes eine Raa angebracht, an welcher die Signale geheißt werden

Wasserstandssignale auf dem Feuerschiff "Palmerort"
[N.f.S. No. 436 v. 24.02.1894]; vgl. No.328 der diesj. NfS

   Nach Mittheilung des Königlichen Regierungs-Präsidenten zu Stralsund hat das Feuerschiff "Palmerort" nunmehr eine Raa erhalten, an welcher die Wassertiefe in der Baggerrinne Palmerort durch Signale angegeben werden wird
Gleichzeitig ist der Ball, welchen das Feuerschiff bisher im Topp führte, entfernt worden.
1906

Tagsignal verändert
[NfS.No. 1030 v. 12.5.1906]

   Als einheitliches Tagsignal für vertriebene oder nicht auf Station aber auch in See befindliche deutsche Feuerschiffe wird von diesen künftig eine schwarze oder dunkle Flagge größeren Formats gezeigt werden.
Das bisher hierzu benutzte internationale Signal QE wird nicht mehr gezeigt.
Das für diesen Fall vorgeschriebene Abnehmen der Bälle aus den Toppen der Masten bleibt bestehen, wenn es ausführbar ist.

Tagsignal geändert
[N.f.S. No. 1330 v. 16.06.1906]

   Auf dem Feuerschiff "Palmer Ort" wird künftig, sobald es vertrieben ist oder sich nicht auf seiner Station, aber noch in See bzw. im Greifswalder Bodden befindet, als Tagsignal eine schwarze Flagge an der Rahe gezeigt.
1913

   Feuerschiff Palmer Ort , auf 5,5 m Wassertiefe, 9 Kblg rw. S-lich von dieser Landspitze


Geogr. Lage: 53°13´N, 13°24´O
Kennung: 2 F. senkrecht übereinander (Petrol.)
Höhe des Feuers über Mittelwasser: 11+8 m
Höhe über Großmast: 16,9 m
Beschreibung: Rotes, einmastiges, mit einer Rahe versehenes Fahrzeug mit der weißen Aufschrift "Palmerort" an jeder Seite.
Am Flaggenstock am Heck die Dienstflagge für preußische Dienstfahrzeuge, jedoch nur wenn sich fiskalische Fahrzeuge nähern, die ebenfalls die Dienstflagge gehißt haben, und bei festlichen Anlässen.

Bemerkungen: Ankerlaterne.
Bei Nebel oder unsichtigem Wetter:
      Alle 2 min Abgabe mehrerer, kurz hintereinander folgender Schläge mit Glocke.
Das Schiff liegt ohne Muring vor 100 m Kette.
Wenn vertrieben: bei Tage an der Rahe des Mastes eine große schwarze oder dunkle Flagge; bei Nacht keine Leuchtfeuer, nur das weiße Ankerlicht; bei Nebel die vorgeschriebenen Glockensignale.
Eingezogen bei Eisbildung; an seiner Stelle wird dann eine rote Spierentonne kleinster Art ausgelegt.
Ein Reserve-Feuerschiff ist nicht vorhanden.

1923

Toppsignale geändert
[N.f.S. No. 2487 v. 25.08.1923]

   auf ungf. 54°13´N, 13°24´O soll am Topp des Mastes zwei rote Bälle erhalten, die niedergelegt werden, wenn das Feuerschiff vertrieben ist.
1924

Leucht-Schalltonne wird ausgelegt
[NfS. No. 4498 v. 6.12.1924]

   Es ist beabsichtigt, im Frühjahr 1925 an Stelle des Feuerschiffes Palmerort auf ungf. 54°12,5´N, 13°24,4´O eine Leucht-Schalltonne auszulegen. Die Tonne erhält einen schwarzen Anstrich und weiße Aufschrift Palmerort 1. Sie besitzt einen bakenartigen Aufbau für die Laterne. Das Feuer erhält folgende Kennung:

ein Blz. Grp. 2,
Blitz 1,5 s,
kurze Pause 2,5 s, Blitz 1,5 s, lange Pause 5 s, Wiederkehr 10,5 s.

1925

Leucht-Schalltonne ausgelegt
[NfS. Nr. 4140 v. 19.09.1925]

   Die durch NfS. 24--4498 bekanntgegebene Auswechslung des Feuerschiffes Palmerort auf ungf. 54°12,5´N, 13°24,4´O durch eine Leucht-Schalltonne wird voraussichtlich Mitte Oktober 1925 erfolgen. Die Tonne erhält einen schwarzen Anstrich und weiße Aufschrift Palmerort 1. Die Laterne befindet sich auf einem bakenartigen Aufbau 4 m über Wasser. Das Feuer der Tonne erhält folgende Kennung:

ein Blz. Grp. 2,
Blitz 1,5 s,
kurze Pause 2,5 s, Blitz 1,5 s, lange Pause 5 s, Wiederkehr 10,5 s.
   Als Schallsignal dient eine Glocke, deren Schlagwerk durch Kohlensäure angetrieben wird und das alle 30 s einen Schlag abgibt.



Aufhebung der Feuerschiffs-Station
[NfS. Nr. 4370 v. 17.10.1925]

   Leucht-Schalltonne, schwarz, ist auf ungf. 54°13´N, 13°24´O ausgelegt worden.
   Das Feuer brennt 4 m über Wasser als ein Blz. Grp. 2. Das mit Kohlensäure angetriebene Schlagwerk der Glocke gibt alle 30 s einen Schlag ab.

Die Feuerschiffs-Position Palmerort ist endgültig aufgehoben worden

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