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Die Bullbake auf dem Oberland

Geogr. Lage: 54°10,9´N, 7°53,2´O.    Standort: Südspitze der Hauptinsel     Errichtet: < 1745    Niedergelegt: 1919




Helgoland (Heiliges Land, Dänisch)

am äußeren Ende der Bucht gleichen Namens, ist ein allgemein gebrauchter Ansteuerungspunkt. Helgoland ist Abgangshafen für Schiffe, die für die Elbe oder Weser bestimmt sind und nahezu gleich weit von den Mündungen der Weser, Elbe und Eider entfernt. Helgoland befindet sich im Britischem Besitz und war ein bedeutender Lagerplatz für für Britische Firmen, die von hier zum Kontinent segelten, als der Handel mit diesem Land durch Napoleon verboten war.




   Die Insel ist in NNW und in SSO-Richtung nahezu eine Meile lang und eine viertel Meile breit: das Land fällt nord ostwärts ab. Die Insel besteht aus rotem Sandstein und hat an allen Seiten senkrechte Steilhänge. 165 Fuß hoch an der Westseite und 120 Fuß an der Ostseite.
   Der deutliche unverwechselbare Charakter verleiht der Insel einen unschätzbaren Wert als Seemarke.


Hog Steen

Helgoland ist der See extrem ausgesetzt und von breiten Felsenriffen umgeben, die sich vom nördlichen Teil nahezu eine Meile in NNW Richtung und mehr als eine 1/2 Meile südwärts vom südlichen Punkt erstrecken. Hog Steen ist eine abseits gelegene gefährliche Untiefe und liegt in der Peilung SzO nahezu eine Meile vom südlichen Punkt der Insel. Bei Niedrigwasser beträgt die Wassertiefe nur 4 Fuß. Von Hog Steen aus befinden sich die alte Feuerbake und die Bull Bake in der Peilung NzW 1/8 W und die mittlere und süd-westliche Bake auf der Düne in der Peilung NO 1/4 N. Hog Steen ist durch eine rote Spitztonne mit Kugel als Topzeichen nahe der Süd West Seite markiert.


Ansteuerung

Wenn Helgoland aus westlicher Richtung angesegelt wird, um den Süd-Hafen anzusteuern, muß mindestens eine Meile nach Süden von Helgoland gesegelt werden. ...


1532

   1532 werden "twee stocke" erwähnt, wahrscheinlich als Kapen gedachte Masten ohne Toppzeichen, die, in Deckpeilung gebracht, die Richtung anzeigten, in der der berüchtigte "Steen", eine Klippe im Süden des Hafeneingangs, lag.

1565

Om te weten hoe datmen onder Heylige Landt seylen sal ende waermen setten sal
Um zu wissen wo man unter Helgoland segeln sollte und wo man (den Anker) fallen lassen sollte.








Pot cliff = Topf Kliff
Wit cliff = weißes Kliff
Scholver Hoeck = Vogel Ecke











Item aldus is Heylichlant gedaen alsmen daer op die reed legt, maer het doet hem aldus niet op alsment in zee siet.
Indem also ist Helgoland getan als man dort auf die Reede liegt, aber so sieht es nicht aus wenn man vom Meer auf die Insel sieht.

D. Sael (?), Helgoland, um 1565

1663
   Seitdem dienten dem gleichen Zweck je zwei Kapen auf dem "Ober"- und auf dem "Unter-Land".
1745






   Die Richtlinie von Blüse und Bull-Bake markierten, wie auch beide Dünen-Baken, den "Hoog-Steen"
1762







   " Die Felseninsel Helgoland mit Blüse, Bake und einer nadelförmigen alleinstehenden Felssäule, dem "Mönch", dazu die sog. "Düne" mit zwei Baken. Eine Kreuzpeilung der genannten Seezeichen warnt - zusammen mit einer Seetonne - vor der gefährlichen Klippe "Steen".

Ausschnitt von 1762

1787






   Obwohl es auf der "Schetskaarte" eine primitive und sehr fehlerhafte Darstellung der Insel und ihrer Klippen ist, erkennt man neben der Bull-Bake (B: de Baake) eine zweite auf der SO-Spitze (H: Nieuwe Baak). ??

Ausschnitt von 1787

1826




Auf der Düne erkennt man die beiden Spierenbaken, ohne Toppzeichen

Ausschnitt von 1826

1846

Baken auf Helgoland
[NfS., Trinity-House, London, 11. November 1846]



Übersetzung:

   Die schon lange existierenden Baken auf der Düne bei Helgoland sind verfallen. Die Landesvorsteherschaft hat dieses Board dringend gebeten, diese wieder zu errichten und nachfolgend zu erhalten - so auch die Bake auf Helgoland. Die Corporation hat dem zugestimmt und die genannten Baken als zusätzliche Navigationshilfen zu ihrem Leuchtturm auf der Insel zu betrachten:


Hiermit wird bekannt gemacht,


   dass in Übereinstimmung damit drei neue schwarze Baken mit einem Dreieck an der Spitze auf der Düne errichtet worden sind, und dass Seefahrer beachten müssen,
dass die mittlere oder höchste Bake in Linie mit der Bake an der Westseite, die 340 Fuss entfernt ist, in der Peilung S.W. 1/4 S über den Hoog Steen reicht:
dass die mittlere oder höchste Bake in Linie mit der Bake an der Nordseite, die 420 Fuss entfernt ist, in der Peilung N.W. 1/2 N in den Nord-Kanal führt, bis der Leuchtturm und die Kirche in Linie in der Peilung S.S.W. 1/2 W liegen und zu den Festmachertonnen führt:
und dass die Bake auf Helgoland in Linie mit dem alten Turm in der Peilung S.3/4 E. über den Hog Steen führt

Im Auftrag
J.Herbert, Geschäftsführer

1863

[ North sea pilot, Part.IV, 1863]

Leuchtfeuer

   "Ein weisser runder und 60 Fuß hoher Leuchtturm befindet sich auf dem höchsten Punkt von Helgoland, 1/4 Meile vom Süd Ende und nahe der alten Feuerbake. Das Feuer sendet ein festes weißes Licht über 360° in einer Feuerhöhe von 221 Fuß und ist bei klarem Wetter 20 Meilen weit sichtbar.

   Die Bull Bake, eine der Markierungen für Hog Steen, befindet sich in der Peilung SzO 1/8 O ungefähr 120 Yards von der alten Feuerbake.

1887

   Bull-Bake






   Auf der Kante des Oberlandes SzW vom neuen Leuchtturm.
Schwarzer Bock mit Spiere und einem Dreieck mit der Spitze nach oben als Toppzeichen.
1889

Veränderung in der Beleuchtung und Betonnung von Helgoland
[NfS. No. 928 v. 4. Mai 1889]

   Nach der neuesten britischen Admiralitäts-Karte No.126 vom Jahre 1888 sind bei Helgoland in der Beleuchtung und Betonnung folgende Veränderungen eingetreten:
1.    Das rothe feste Fischerfeuer steht auf dem Unterlande auf einer Pfahlbake 2,7 Kabllg. rw. N 76°56´O von dem Leuchtthurm auf Helgoland.

2.    Die Steen Tonne ist eine schwarz und weiß karrierte spitze Tonne mit Stange und Dreieck. (Nach einem Berichte des Vermessungs-Dirigenten der Nordsee war diesselbe am 21. April d.J. noch eine schwarze spitze Tonne ohne Toppzeichen, wie früher.) Diesselbe liegt 1,14 Sm rw. S 28°6´O von dem Leuchtthurm auf Helgoland.

3.    Die Nathurn Tonne, eine schwarz und weiß horizontal gestreifte Kugeltonne mit Stange und Raute und der Aufschrift "Nathurn", liegt 1,93 Sm rw. N33°43´W von dem Leuchtthurm auf Helgoland.

4.    Die Sellebrunnen Tonne, eine schwarze spitze Tonne mit Stange und Kreuz und der Aufschrift "Sellebrunnen", liegt 3,57 Sm rw. N24°22´W von dem Leuchtthurm auf Helgoland.

5.    Eine Festmachetonne liegt 5,8 Kabllg. rw. N53°20´O von dem Leuchtthurm Helgoland.

6.    Vier stumpfe Tonnen mit Stange und Tafel, auf welcher "T. G." steht, bezeichnen das Telegraphenkabel, welches von Helgoland, nördlich der Sandinsel vorüber, nach dem Festlande führt.
   Der Vermessungs-Dirigent der Nordsee hat ferner berichtet, daß das Fischerfeuer auf dem Unterlande nicht von der Regierung, sondern von der Kommune unterhalten wird und nicht regelmäßig brennt. Es steht ca. 1/2 Kabllg. von der Wurzel der Landungsbrücke und dient als Leitfeuer für die Einsegelung in den Nordhafen von See aus; nach dem Ankerplatze der Fischerboote auf Sathurn-Brunnen zu hat es einen weißen Sektor.
   Beim Einsegeln in den Südhafen muß man zunächst die Steen-Tonne aufsuchen und hierzu die Ostbake und die SW-Bake auf der Sandinsel in Linie bringen und in dieser Richtung bis in die Nähe der verhältnismäßig kleinen Tonne steuern. Sind die Baken auf der Sandinsel nicht gut zu erkennen, so suche man die Tonne in der Deckpeilung "Bull-Bake und Ueberreste des alten Leuchtthurmes" auf. Die Tonne liegt an der SW-Seite des Steen-Rock, welcher an beiden Seiten passirt werden kann.
    Will man westlich desselben einsegeln, so halte man die Ost-Bake nördlich frei von der SW-Bake und bleibe 1/2 bis 1 Kabllg. von der Tonne entfernt. Bei größerem Abstande trifft man auf die 3,5 m-Stelle, welche 1 1/2 Kabllg. N1/8O von Steen-Rock liegt. In der angegebenen Richtung steuere man, bis der Leuchtthurm von Helgoland in NW peilt. Von hier halte man auf die Mitte der Durchfahrt, zwischen der Haupt- und der Sandinsel, zu und ankere auf 5 m Wasser in der Linie zwischen dem Leuchtthurm und der SW-Bake.
   Will man östlich von Steen-Rock passiren, so behalte man die Steen-Tonne ca. 1 Kabllg. an B.B. und, sobald die Bull-Bake westwärts gut frei von dem alten Leuchtthurm ist, hat man Steen-Rock gut passirt. Von hier bringe man die Baken in Linie und verfolge diese Richtung, bis der Leuchtthurm NW peilt.
   Beim Ankern muß man vermeiden, dem zwischen der Hauptinsel und der Sandinsel liegenden Kabel zu nahe zu kommen. Dasselbe ist an mehreren Stellen durch Kabeltonnen (siehe ad 6) bezeichnet.
1898

   Die Bull-Bake am südlichen Rande der Insel, ist eine einfache Spierenbake mit dreieckigen Toppzeichen.
Ansicht von 1890
1910





   Die Bull-Bake hat wahrscheinlich ihren Namen von dem Bullhorn, welches südlich von der Bake bezeichnet ist.
1919
Bull-Bake beseitigt

Baken beseitigt
[NfS. Nr. 3003 v. 1. November 1919]

   Auf Helgoland sind bei Kriegsbeginn folgende Baken, die nicht wieder errichtet werden, niedergelegt worden:

1. Die Petersens-Horn-Bake auf ungf. 54°11,4´N, 7°52,7´O.

2. Die Bogenstihn-Bake auf ungf. 54°11,3´N, 7°52,9´O.

3. Die Bull-Bake auf ungf. 54°10,9´N, 7°53,2´O.

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