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Leuchttürme auf Helgoland

Geogr. Lage: 54°10´57´´ N-Br., 7°53´11´´ O-Lg.     Standort: Auf dem Backeberge    Errichtet: 1811




1810

Bekanntmachung
["Hamburger Chronik", 1810]

   Am 1. Juni bewilligten die Engländer 7516 £ zur Erbauung eines Leuchtthurmes auf Helgoland.
1811
Englischer Leuchtturm errichtet











Im Jahre 1811 wurde der Leuchtturm mit Argandschen Lampen und Parabole in Betrieb genommen.

[Conversations-Lexikon der Gegenwart, 1839, S. 822]

   Auf dem Backeberge, steht der Leuchtthurm, im Jahre 1810 von den Engländern mit Vermeidung alles brennbaren Baumaterials nur aus Stein, Kupfer und Eisen aufgeführt, dessen Reverbere des Nachts ihr glänzendes Licht auf 8 Sm Entfernung über die See strahlen.

1825
1859

"Die Leuchtthürme, Leuchtbaaken und Feuerschiffe der ganzen Erde"
[Heinrich Graff, 1859]

   Helgoland








Geogr. Lage: 54°10,8´N, 7°53,1´O
Kennung: Ein festes Feuer
Höhe über Hochwasser: 251 rheinländische Fussen
Höhe über Boden: 55 rheinländische Fussen
Sichtbarkeit: 20 mill
Angaben: Thurm rund und weiß.

1863

"North sea pilot, Part.IV"
[Hydrogr. Office, London 1863]

Leuchtfeuer

   "Ein weisser runder und 60 Fuß hoher Leuchtturm befindet sich auf dem höchsten Punkt von Helgoland, 1/4 Meile vom Süd Ende und nahe der alten Feuerbake. Das Feuer sendet ein festes weißes Licht über 360° in einer Feuerhöhe von 221 Fuß und ist bei klarem Wetter 20 Meilen weit sichtbar.
   Die Bull Bake, eine der Markierungen für Hog Steen, befindet sich in der Peilung SzO 1/8 O ungefähr 120 Yards von der alten Feuerbake.

1872

Helgoland (englisch), auf dem höchsten Punkt dieser Insel; 1 festes Feuer. Runderweißer Thurm von 18,1 Meter Höhe.

Geogr. Lage: 54°10,1´N-Br. 7°53,1´O-Lg.
Höhe über Hochwasser: 65,1 m
Sichtweite: 20 Sm
Errichtet bezw. geändert: 1811

1875
   Statt der Argandschen Lampen erhielt die Laterne ein Fresnelsches festes Feuer erster Ordnung mit fünf-, später eine sechsdochtige Mineralöl-Lampe.
1877
1886

Berichtigte Lage des Leuchtthurms
[NfS. No. 964 v. 8. Mai 1886]

   Nach einer Mittheilung der Königlichen Landes-Aufnahme, Trigonometrische Abtheilung zu Berlin, vom 22. April d. J. ist die genaue Lage des Leuchtthurms auf Helgoland folgende: 54°10´57´´ N-Br., 7°53´11´´ O-Lg.
1890
Am 10. August 1890 übergibt England die Insel Helgoland an das Königreich Preußen

Sturmsignalstation
[NfS. No. 2257 v. 18. Oktober 1890]

   Nach dem "Helgolander Tageblatt" No. 1 vom 6. Oktober d. J. ist auf der Südspitze des Oberlandes zu Helgoland eine Sturmsignalstation errichtet worden.

Signalstation auf Helgoland
[NfS. No. 2792 v. 13.12.1890]

   Die Lloyds-Signalstation auf Helgoland führt an einem besonderen Flaggenmaste eine Flagge, welche, wie die deutsche Handelsflagge, schwarz, weiß und roth horizontal gestreift ist und in deren äußerer unterer Ecke (im rothen Streifen) sich ein Wappen befindet. (Die obere Hälfte desselben ist weiß mit einem rothen stehenden Kreuz und trägt in dem linken oberen weißen Felde noch ein kleines rothes Kreuz; die untere Hälfte des Wappens ist blau mit einem gelben Anker).
   Diese Flagge wird nur zur Bezeichnung der Station bei schönem Wetter, sowie bei besonderen festlichen Gelegenheiten geheißt.
   Die Signale werden mit den Flaggen des internationalen Signalbuches gemacht.
1894

Eröffnung einer See-Telegraphen-Anstalt
[NfS. No. 759 v. 31.3.1894]







   Am 1. April d. J. wird auf dem alten Leuchtthurm* auf Helgoland eine See-Telegraphen-Anstalt (Signalstation) eröffnet, mit welcher die passirenden Schiffe unter Benutzung des internationalen Signalbuches in Verkehr treten können.

* gemeint ist der kubische Blüsenturm
1898
    Auf Helgoland befindet sich SWzS vom neuen Leuchtturm eine Semaphorstation und Seetelegraphenanstalt, welche auf dem noch stehengebliebenen Theil des alten Leuchtthurmes errichtet ist.

Sichtbarkeit des Leuchtfeuers
[NfS. No. 2677 v. 15.10.1898]

   Nach einer Mittheilung des Kaiserlichen Küstenbezirksamtes VI zu Wilhelmshaven vom 9. Oktober d. J. wird das Leuchtfeuer von Helgoland zwischen den ungefähren Peilungen rw. N24°O bis N26°O durch den Kirchthurm von Helgoland über etwa einen Grad verdeckt.
1901
Deutscher Leuchtturm errichtet

Beabsichtigte Veränderung des Leuchtfeuers
[NfS. No. 2367 v. 19. Oktober 1901]

   Nach einer Mittheilung der Wasserbauinspektion in Tönning vom 2. Oktober d. J. werden der gegenwärtig im Bau begriffene neue Leuchtthurm auf der Insel Helgoland und das beim Bau zu benutzende Gerüst etwa von Ende Oktober ab das vorhandene feste weiße Leuchtfeuer daselbst in dem Sektor zwischen 0° (Nord) und 34° (NOz.O) derart verdecken, daß gegenwärtige Feuer ganz verschwindet, während es in den beiden äußeren Theilen des Sektors theilweise durch das Holzwerk des Gerüstes hindurch zu sehen sein wird.
   Als Ersatz wird ein festes weißes Leuchtfeuer von 10 Sm Sichtweite in gleicher Höhe wie das jetzige Feuer aufgestellt und so abgeblendet werden, daß es thunlichst nur den Sektor zwischen 0° (Nord) und 34° (NOz.N) beleuchtet. An den Grenzen des Sektors wird aber sowohl das Hauptfeuer wie das Ersatzfeuer zu sehen sein.
   Da der Leuchtthurmbau von den Witterungsverhältnissen abhängig ist, wird das Hauptfeuer möglicherweise erst Anfang November d. J. verdeckt und dementsprechend auch das Ersatzfeuer erst später angezündet werden.
1902

Angaben zum neuen Feuer
[NfS. No. 460 v. 15. März 1902]

   Nach einer vorläufigen Bekanntmachung der Wasserbauinspektion in Tönning vom 28. Februar d. J. wird auf Helgoland ein neues elektrisches Leuchtfeuer erbaut.
   Der neue Leuchtturm steht etwa 25 m N-lich und 2 m O-lich von dem zur Zeit in Betrieb befindlichen Leuchtthurme. Der untere Theil des neuen Thurmes bildet eine abgestumpfte Pyramide mit achteckiger Grundfläche, der obere Theil ist ein abgestumpfter Kegel. Die Drempelwand und die Laterne sind cylindrisch mit kegelförmigen Dache aus Eisen und Glas konstruirt. Die Spitze des kegelförmigen Daches befindet sich 85,3 m über mittleren H-Wss.


   Der Thurm ist aus hellgelben Klinkern (Ziegelsteinen) erbaut; Ecken und Gesimse sind mit hellrothem Granit verblendet. Im kegelförmigen Theile des Thurmes sind einige braune Bänder angeordnet.
   Die Lichtquelle des Hauptfeuers liegt 82 m, die des Reservefeuers 83,2 m über dem mittleren Hochwasserspiegel.
Das Hauptfeuer zeigt alle 5 sek. einen weißen Blitz von 1/10 sek, das Reservefeuer alle 5 sek einen weißen Blitz von 1/30 sek.




   Das Feuer beleuchtet den ganzen Horizont, seine Sichtweite beträgt bei mittlerem H-Wss., 4 m Augenhöhe und normalen Wetterverhältnissen rund 24 Sm. Die Lichtquelle ist so stark bemessen, daß die Leuchtweite auch bei weniger sichtiger Luft (ungef. an 300 Tagen im Jahre) der Sichtweite gleich ist.
   Der Bau des Leuchtfeuers ist so weit fortgeschritten, daß voraussichtlich Mitte Juni d. J. das Feuer zunächst probeweise und etwa 14 Tage später endgültig in Betrieb genommen werden kann.


Zusammenstellung der neu hergestellten oder verbesserten und der noch in der Ausführung begriffenen Seezeichen
[Die Verwaltung der öffentlichen Arbeiten in Preußen, 1900-1910]

Helgoland, Leuchtfeuer

Kosten: 279 000 M
Erläuterungen: Ersatz des Petroleumfeuers durch ein elektrisches Blitzfeuer, Lichtstärke 42 000 000 HK.



Neues Feuer angezündet
[NfS. No. 1042 v. 7. Juni 1902]







   Die Wasserbauinspektion in Tönning hat am 28. Mai d. J. bekannt gemacht, daß das neue elektrische Leuchtfeuer auf Helgoland am 10. Juni d. J. probeweise und etwa 14 Tage später endgültig in Betrieb gesetzt werden wird.
   Während des Probebetriebes brennt gleichzeitig das alte Leuchtfeuer, da das neue Feuer möglicherweise Störungen erleidet. Nach Beendigung des Probebetriebes wird das alte Feuer ausgelöscht werden.
1905

Versuche bei Nebel
[NfS. Nr. 1843 v. 29.8.1905]

   In der ersten Hälfte des September d.J. werden die elektrischen Feuer auf der Insel Helgoland und Wangeroog versuchsweise bei diesigem oder nebligem Wetter auch am Tage brennen.
1914

[Leuchtfeuerverzeichnis 1914]

Nr.: 2000
Helgoland, auf dem S-Teile des Oberlandes dieser Insel
Position: 54°10´58´´N-Br., 7°53´11´´O-Lg.
Kennung: Blz.; Reservefeuer: Blz.(El.)
Feuerhöhe über Hochwasser: 82 m, bis zur Dachspitze 85,3 m
Turmhöhe über Erdboden: 36,2 m
Angaben: Schwarzer Turm. Unterer Teil in Form einer achteckigen, abgestumpften Pyramide, oberer als abgestumpfter Kegel.
Gelbe, zylindrische Laterne aus Eisen und Glas mit kegelförmigem Dache.

1916
Der kubische Turm der ehemaligen Blüse wurde abgerissen, nachdem ein neuer Signalturm errichtet wurde.
1922

Neuer Anstrich geplant
[NfS. Nr. 1559 v. 6. Mai 1922]







Der jetzige schwarze Anstrich des Helgoland-Leuchtturmes soll im Laufe der Monate Mai — Juni 1922 entfernt werden.
Der Turm wird alsdann einige Zeit eine gelbliche Färbung zeigen. Danach wird der achtseitige, etwa 7 m hohe Sockel des Turmes rot, der untere Teil des runden Turmschaftes in etwa 12 m Höhe weiß, der darüberliegende Teil bis zur Oberkante der unteren Gallerieplattform und das Geländer rot gestrichen werden.


Neuer Anstrich ausgeführt
[NfS. Nr. 2965 v. 9. September 1922]







Leuchtturm auf ungf. 54°11´N, 7°53´O ist jetzt rot und weiß gestrichen.
1932
1945

   Nach der Besetzung durch die Briten wurde die Insel durch eine große Sprengung am 18./19.04.1945 noch weiter zerstört und dann als Bombenabwurfsgelände unbewohnbar. Der Leuchtturm und das Leuchtfeuergehöft waren dem Erdboden gleichgemacht. Nur der alte Flakturm blieb einigermaßen erhalten.
    Der 1902 von der königlich-preußische Bauverwaltung errichtete Leuchtturm wurde durch einen Bombenvolltreffer zerstört.
1947
   Nach dem Kriege nutzten die Engländer Helgoland als Bombenabwurfplatz und sprengten am 18.April 1947 den Südteil der Insel in die Luft. Nur ein einziges Bauwerk, wenn auch stark beschädigt, war stehen geblieben: der 1941 erbaute Flak-Leitstand aus meterdickem Beton.
1950

Ständige Wiederholung dieser NfS.:

Bombenabwurfübungen
B.V.M. Hamburg

Angaben: Die Insel Helgoland und die Düne werden von der britischen Luftwaffe bis auf weiteres als Ziel für scharfe Bomben benutzt. Die Abwürfe erfolgen ohne besondere Bekanntmachung.
Schiffe dürfen sich der Insel und der Düne zu keiner Zeit weiter als bis auf 3 sm nähern.
Signale gemäß § 22 der SWO. werden nicht gezeigt.
1952

Am 01.04.1952 wurde die Insel von England den Deutschen zurückgegeben.







Innerhalb von 10 Wochen wurde aus dem zerstörten Flak-Turm ein Leuchtfeuer.

Leuchtfeuer Helgoland wieder in Betrieb

Helgoland-Feuer angezündet
(WSA Tönning, 21. V. 1952 (25)) [NfS. Nr. 1814 v. 24. Mai 1952]







Geogr. Lage: 54°11´1´´N, 7°53´0´´O, auf dem ehemaligem Flakturm
Karteneintragung: Blz. 23 sm
Kennung: Weißes Blitzfeuer mit Einzelblitz
Feuerhöhe über Wasser: 77 m.
Tragweite: 23,5 sm; Sichtweite: 23 sm
Feuerträger: 28,8 m hoher, rotbrauner, viereckiger Turm aus Klinkersteinen mit schwarzer, achteckiger Laterne und Kegeldach.
1962

Funkmast errichtet
[NfS. Nr. 4403 v. 13. Oktober 1962]

Geogr. Lage: 54°11´18,1´´N, 7°52´33,7´´O, etwa 4 Kblg W-lich des Leuchtturms.
Karteneintragung: Fnkmst.
Beschreibung:Rot-weißer Mast.
Höhe über Wasser: 100 m
1964


Feuer ist zeitweilig gelöscht,
Hilfsfeuer angezündet
[NfS. Nr. 2528 v. 20. Juni 1964]







Geogr. Lage: 54°11´17´´N, 7°52´33´´O, etwa 700 m NW-lich vom gelöschten Feuer.
Kennung: Blz. r.
Feuerhöhe über Wasser: 75 m
Tragweite: 19,5 sm.
Feuerträger: 6 m hohe, viereckige Gitterbake mit Plattform.
Angaben: Der Turm des Helgoland-Feuers wird erhöht.
Während der etwa drei Monate dauernden Bauarbeiten wird zeitweilig ein Hilfsfeuer angezündet. Das Feuer ist in 317° durch den Leuchtturm verdeckt.


Feuer wieder angezündet und geändert,
Hilfsfeuer wieder gelöscht
[NfS. Nr. 4221 v. 10. Oktober 1964]







Geogr. Lage: 54°11´00´´N, 7°53´00´´O.
Feuerhöhe über Wasser: 81,5 m
Feuerträger: 33,8 m hoher, rotbrauner Turm, weißer Turmkopf und schwarze Laterne.
Angaben: Das Hilfsfeuer etwa 700 m NW-lich davon ist wieder gelöscht.
1965

Feuer wird zeitweilig gelöscht
[NfS. Nr. 2994 v. 24. Juli 1965]

Geogr. Lage: 54°11´01´´N, 7°53´00´´O
Angaben: Wegen Verstärkung der Lichtquelle wird das Helgoland-Feuer vom 26. Juli bis voraussichtlich zum 2. August 1965 zeitweilig gelöscht.
1982
Anschluss an die Fernsteuerung
1984

Küstenfunkstelle eingerichtet
[NfS. Nr. 3719 v. 15.9.1984]







Geogr. Lage: Ungf. 54°11,0´N, 7°53,0´E, Helgoland-Leuchtturm
Angaben: Auf Helgoland ist die Küstenfunkstelle Deutsche Bucht Revier Radio eingerichtet.
Die Funkstelle dient dem Meldesystem in der Jade/Weser und Elbansteuerung sowie der Ausstrahlung von Lage- und Sicherheitsmeldungen und ist von 0.00 bis 24.00 Uhr auf den UKW-Kanälen 80 und 16 hörbereit.
Eingebunden in das Verkehrssicherungssystem in der Deutschen Bucht installierte man auf dem Leuchtturm Helgoland 1984 eine Weitbereichsradaranlage, eine Peilanlage und mehrere Funksysteme.
1986
Nach der abgeschlossenen Automatisierung ging am 01.08.1986 der letzte Leuchtturmwärter in den Ruhestand.
1992

Kennung und Sektoren geändert
[WSA Tönning 28/92 (NfS. 15 v. 10.4.1992]

Geogr. Lage: 54°11,1´01´´N, 7°53,3´00´´O
Feuer mit Ubr. (3) w/gn. 8s
Sektoren (weiß/rot/weiß) zwischen 179° und 196° beseitigt. Weitere Sektoren unverändert.

2006
2010

   Leuchtturm Helgoland






Int. Nr.: B 1312
Position: 54°11´N, 7°53´E
Kennung: Fl. 5 s
Nenn-TW: 82 M
Höhe über Wasser: 28 m
Höhe über Erdboden: 34 m
Angaben: Rot-brauner, viereckiger Turm, weißer Turmkopf und Antennen.


2013

Bauarbeiten am Telekommast
[BfS. (T)125/13, WSA Tönning, 22.08.2013] © elwis

Zeit der Ausführung: ab sofort bis ca. 36 KW
Gültig von: 22.08.2013
Gültig bis: auf Widerruf
Angaben: Das Leuchtfeuer Helgoland (Fl. 5s 82m 28M) wird durch Arbeiten am Telekommast im Bereich 157° bis 161° abgeschattet.
Die Arbeiten dauern in Abhängigkeit vom Wetter bis in die 36. KW 2013 an.

Bauarbeiten beendet
[BfS. 131/13, WSA Tönning, 05.09.2013] © elwis

Zeit der Ausführung: ab sofort
Gültig von: 05.09.2013
Angaben: Die Bauarbeiten am Leuchtfeuer Helgoland (Fl. 5s 82m 28M) sind beendet.
2017

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