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Bunthaus-Bake

Geogr. Lage: ~ 53°27´21´´N 010°04´17´´E    Standort: Elbstrom-km 609     Erbaut: 1913    In Betrieb seit: 1914    Gelöscht: 31.03.1977




   Nicht weil die Bake so schön bunt ist, heißt der Leuchtturm Bunthaus. Die Geschichte ist viel älter, schon im Jahre 1770 wurde das Bunthaus erwähnt:








   In früherer Zeit war die Süderelbe der Hauptarm, die Norderelbe jedoch ein kleinerer Nebenarm.
Anfang des 18.Jahrhunderts begannen wasserbauliche Maßnahmen mit dem Ziel, die Strömungsverhältnisse zugunsten der Norderelbe zu ändern.
Zwischen 1870 und 1910 wurde ein Leitdamm gebaut, der die Wassermengen der Elbe je zur Hälfte auf Norder- und Süderelbe verteilen sollte.
Ab 1913 wurde die Norderelbe durch die Errichtung von Orientierungsfeuern für die Schiffahrt sicherer gemacht. Einer davon ist der kleine Leuchtturm Bunthaus.


1914
Leuchtfeuer Bunthaus angezündet










Kennung: F. (Petroleumdochtlicht, später an das elektr. Überlandnetz angeschlossen)
Höhe über Wasser: 14,75 m über Hamburger-Null
Höhe über Erdboden: 6,95 m
Angaben: Sechseckiger, hölzerner Turm, eiserner Laterne mit Gürtellinse

   Mit der Bunthaus Spitze wurden weitere Leuchtfeuer in Oortkaten, Wuhlenburg, Spadenland, u.a. entlang der Norderelbe in Betrieb genommen.

"Die Elbe von der Flutgrenze bis zur See" (Baubehörde Strom- und Hafenbau 1929)


1977
Leuchtfeuer Bunthaus gelöscht

"Amtlicher Anzeiger Teil II des Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblattes"
Montag, den 14. Februar 1977

   Änderung der Fahrwasserbezeichnung

   Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft, Amt für Hafen, Schiffahrt und Verkehr, Hafendirektion - Oberhafenamt - teilt mit, daß nach schifffahrtspolizeilicher Verfügung die Fahrwasserbezeichnung auf der Elbe im Bereich von Stromkilometer 607,5 (Hafengrenze bei Oortkaten) bis zu den Norder- und Süderelbbrücken wie folgt geändert wird:

   Für die Bezeichnung des Fahrwassers, der Fahrwasserübergänge und der Strombauwerke werden neben Radarflachwassertonnen die gleichen Schiffahrtzeichen verwendet wie auf der Binnenschiffahrtstraße Elbe zwischen Stromkilometer 472.6 bis 607.5 (vergleiche Bekanntmachung der Wasser und Schiffahrtsdirektion Hamburg vom 9. September 1974).

Tonnen:
   Tonne R" wird durch Tonne "N 3" / "S 2" - Stumpfkegeltonne, senkrecht schwarz/rot gestreift mit eingebautem Radarreflektor ersetzt.
   Die Tonnen "5" und "6" werden durch die Tonnen "S 6" und "S 4" rote Radarflachwassertonnen, Radarreflektor als Spiere ersetzt.
   Die Tonnen "P" und Q" werden durch die Tonnen "N 7" und "N 5" schwarze Radarflachwassertonnen, Radarreflektor als Spitzkegel ersetzt.

   Darüber hinaus werden bei Stromkilometer 608.1 die Tonne "N 1" schwarze Radarflachwassertonne, Radarreflektor als Spitzkegel auf der 3 m Tiefenlinie am südlichen Ufer und bei Stromkilometer 609.7 auf der Norderelbe die Tonne N 2" rote Radarflachwassertonne, Radarreflektor als Spiere auf, der 3 m Tiefenlinie am nördlichen Ufer ausgelegt.

   An der Autobahnbrücke Süderelbe werden etwa 35 in oberhalb und unterhalb des nördlichen Strompfeilers (Begrenzung des südlichen Fahrwasserrandes) die Tonnen "S 1 " und "S 3" schwarze Radarflachwassertonnen, Radarreflektor als Spitzkegel ausgebracht.

   An den Harburger Süderelbbrücken wird 35m oberhalb und unterhalb des südlichen Strompfeilers sowie zwischen den Brücken je eine orangefarbene Radartonne ausgelegt.

   An der Autobahnbrücke Norderelbe wird 35 in oberhalb und unterhalb des westlichen Strompfeilers in Höhe der Durchfahrtsrauten je eine orangefarbene Radartonne ausgelegt.

   An den Norderelbbrücken wird 35 in oberhalb und unterhalb beider Strompfeiler jeder Brücke, zwischen den beiden Brücken in den Achsen der Brückenpfeiler, je eine orangefarbene Radartonne, ausgelegt.

   Die Spadenländer Spitze wird durch eine am Böschungsfuß aufgestellte rot/weiß gestreifte Radarbake gekennzeichnet.

   Das Leuchtfeuer Kaltehofe wird auf ein rundum leuchtendes Feuer, Farbe orange, umgestellt.


Die Umstellung auf die neuen Schiffahrtzeichen beginnt am 15. März 1977 und soll am 31. März 1977 abgeschlossen sein.

   Soweit sie durchgeführt ist, gilt die alte Fahrwasserbezeichnung als aufgehoben; nachfolgende Leuchtfeuer werden gelöscht und die Feuerträger beseitigt:

      Oortkaten,
      Bunthaus,
      Spadenland,
      Götjensort,
      Spadenländer Busch,
      Dove Elbe.
      Müggenburger Schleuse Nord und Süd und
      Oberhafenkanal Ost und West.


   H a m b u r g , den 2. Februar 1977
      Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft

Bis auf Bunthaus wurden alle Feuerträger demontiert.

1989
   Anläßlich des 800. Hamburger Hafengeburtstages wurde das Wahrzeichen von Moorwerder restauriert.
2005
Am 12. Januar 2005 wurde das Wahrzeichen in das "Verzeichnis der anerkannten Denkmäler in Hamburg" unter Nr. 1457 aufgenommen.

2007

Meldung
Hamburg, den 28. August 2007

Das Leuchtfeuer Bunthaus als eines von 132 Leuchtfeuern und Signaltürmen im Hafengebiet wird in diesen Wochen renoviert.
   Von der Fertigstellung 1914 bis zur Löschung des Feuers im Jahr 1977 markierte der Leuchtturm im Hamburger Stadtteil Moorwerder die Fahrwassertrennung an der Spitze der Landzunge. Über die Jahre ist der nur knapp sieben Meter hohe Holzturm ein kleines Wahrzeichen der Elbinsel Wilhelmsburg geworden und beherbergt heute noch eine Wassermessstelle und wird darüber hinaus touristisch genutzt.
   Seit Ende Juli wird der Turm von der Stackmeisterei der Hamburg Port Authority wieder als Aussichtspunkt hergerichtet. Das Holz-Bauwerk wird neu gestrichen, das Material teilweise erneuert und die Besucherplattform bekommt einen frischen Bodenbelag. Der renovierte Turm wird dann auch in Projekte der IBA-Hamburg einbezogen. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Turm über den Bunthäuser Wanderweg ab Anfang September wieder erreichbar sein und den Besuchern eine besondere Perspektive auf die Teilung der Elbe in Norder- und Süderelbe bieten.
Am 2. September können alle Interessierten im Rahmen eines Tages der offenen Tür einen Blick hinter die Kulissen werfen. Hier wird sich unter anderem die Stackmeisterei Bunthaus präsentieren. Auf dem Programm steht u. a. ein Rundgang mit Erklärungen zu den Aufgaben des Betriebs, eine Führung durch den Pflanzgarten und die Besichtigungsmöglichkeit eines Schwimmgreifers.

2015











Im April 2015 wurde der Turm neu gestrichen und die Sicht zur Elbe freigeschnitten, sodass jetzt wieder ein wunderschöner Aussichtspunkt geschaffen wurde.



   Bake an der Fahrwassertrennung Süderelbe — Norderelbe


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