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Königsbake Finkenwärder

Geogr. Lage: 53°32,22´N-Br., 9°55,25´O-Lg.     Standort: Finkenwärder Schallen     Errichtet: 1868    Niedergelegt: 15. April 1891




   Die ehemalige Elbinsel war bis 1937 geteilt und hatte zwei Schreibweisen:





Der Südteil, geschrieben: Finkenwerder, gehörte bis:

- 1814 zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg,
- bis 1866 zum Königreich Hannover und danach
- zu Preußen.


Der Nordteil, geschrieben: Finkenwärder, gehört seit 1445 zu Hamburg.


Die mächtige Königsbake war das Wahrzeichen von Finkenwärder


1868
Die erste Königsbake auf den Finkenwärder Schallen errichtet

   Im Jahre 1868 wurde unmittelbar westlich der Köhlfleth-Mündung auf dem Finkenwärder Schallen die Königsbake, eine hölzerne Spierenbake mit Kugel, errichtet.
1872

Wiederaufrichtung der Baken bei Finkenwärder
[NfS. No. 110 v. 9. März 1872]

   Von den zur Bezeichnung des Fahrwassers längs des Finkenwärder-Ufers aufgestellten drei Baken sind die beiden westlichen im December v. J. von dem Eise umgeworfen worden.
   Diese beiden Baken sind jetzt wieder aufgerichtet worden und zwar in der Weise. dass die eine in ihrer früheren Gestalt, bestehend aus einem ca. 11,5 Met. (36½ rheinl. Fuss) hohen Pfahl, an dessen oberen Ende ein kugelförmiger Holzbau von 4 Met. (12¾ rheinl. Fuss) Durchmesser angebracht ist, wiederum hergestellt ist;
die andere am westlichsten belegene dagegen gleichfalls aus einem ca. 11,5 Met. (36½ rheinl. Fuss) hohen Pfahl besteht, zur besseren Unterscheidung während dunkler Nächte aber als Abzeichen von den beiden andern, eine eiförmige Gestalt von 5,2 Met. (16½ rheinl. Fuss) Höhe und 4 Met. (12¾ rheinl. Fuss) Durchmesser erhalten hat und darüber eine von Rohr dicht geflochtene Kugel von 2 Met. (6,4 rheinl. Fuss) Durchmesser trägt.
1875

Bake zerstört und wieder aufgebaut
[NfS. No. 780 v. 11. Dezember 1875]

   ... Die sogenannte Königsbake auf dem Westende von Finkenwärder wurde im vergangenen Winter umgebaut. Sie ist an derselben Stelle und in derselben Form, bestehend aus einer aufrecht stehenden schwarz geteerten Spiere mit einer 5 Met. im Durchmesser haltenden Kugel, wieder errichtet worden.
Die Bake ist 11 Met. hoch und ungefähr 1 Seem. weit sichtbar.
Geogr. Lage: 53°32´22´´Nord-Br., 9°55´25´´Ost-Lg.
1876

Beschreibung
["Segel-Anleitung ...", Kapt.-Lieut. Holzhauer, 1878]

Königs-Bake

die westlichste der beiden Finkenwärder-Baken auf den Finkenwärder Schallen, ist ein schwarzer Mast, von Stangen gehalten, der als Toppzeichen eine schwarze Kugel aus Lattenwerk trägt. Die Höhe des Mastes ist 9,2 m über Hochwasser, der Durchmesser der Kugel 4 m, so dass die ganze Höhe der Bake 13,2 m beträgt.


Oestliche Finkenwärder-Bake

steht an der Nordseite des Parks und hat dieselbe Form wie die Königsbake.

1878

Beschreibung
["Schiffahrtszeichen an der deutschen Küste", 1878]

Finkenwärder (Königsbake), (No. 797), auf dem Westende des Pagensandes

Geogr. Lage: 53°32,22´N-Br., 9°55,25´O-Lg.
Zweck, welchem das Zeichen dient: Bezeichnet die Südseite des Fahrwassers
Allgemeine Beschreibung des Zeichens: Vertikaler Ständer mit einem runden Ballon als Flechtwerk von 5 m Durchmesser.
Besondere Erkennungsmerkmale des Zeichens: Schwarz
Höhe der Spitze des Zeichens über Hochwasser: 11,0 m
Höhe der Spitze des Zeichens über dem Erdboden: 11,0 m
Sichtweite des Zeichens: 1 Sm
Das Zeichen ist erstmalig errichtet : 1868, verändert 1875


Finkenwärder (No. 797a), auf dem Ostende des Pagensandes

Geogr. Lage: 53°32,19´N-Br., 9°55,35´O-Lg.
Zweck, welchem das Zeichen dient: Bezeichnet die Südseite des Fahrwassers
Allgemeine Beschreibung des Zeichens: Vertikaler Ständer mit einem runden Ballon als Flechtwerk von ca. 3,4 m Durchmesser.
Besondere Erkennungsmerkmale des Zeichens: Schwarz
Höhe der Spitze des Zeichens über Hochwasser: 9,0 m
Höhe der Spitze des Zeichens über dem Erdboden: 9,0 m
Sichtweite des Zeichens: 1 Sm
Das Zeichen ist erstmalig errichtet : 1868


Ausschnitt aus "Die Mündungen der Jade, Weser & Elbe" von 1878

1884

Beschaffenheit der Bake
[NfS. No. 755 v. 17. Mai 1884]

   Der "Senat der freien und Hansestadt Hamburg" hat mitgetheilt, daß die oberhalb des Finkenwerder (Köhlfleth) Feuers, gegenüber von Övelgönne, stehende Bake einen Ball aus Flechtwerk als Toppzeichen hat...
1891

Abbruch der Königsbake beabsichtigt
[NfS. No. 839 v. 18. April 1891]



   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat am 10. April d.J. bekannt gemacht, daß an Stelle der gegenwärtigen Königsbake bei Finkenwärder im Laufe dieses Sommers eine neue Bake, und zwar eine Leuchtbake, errichtet werden soll. Mit dem Abbruch der gegenwärtigen Bake ist am 15.April d.J. begonnen worden, und für die Dauer der Bauzeit ist neben der alten Bake eine provisorische Bake, welche in ähnlicher Weise wie die alte, aus einer Spiere mit einem Ball als Toppzeichen besteht, errichtet worden."

"Deutsche nautische Zeitschrift", Hamburg, den 18.4.1891


Königsbake beseitigt, Leuchtbake errichtet

Errichtung einer Leuchtbake
[NfS. No. 1947 v. 05. September 1891] vgl. NfS. 839/1891

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat bekannt gemacht, daß an Stelle der Königsbake bei Finkenwerder eine Leuchtbake errichtet worden ist ...
   ... Die provisorische Königsbake, bestehend aus einer Spiere mit einem Ball als Toppzeichen, ist entfernt worden.






Leuchtbake Finkenwärder (Königsbake)

Geogr. Lage: 53°32´Nord-Br., 9°55´Ost-Lg.     Standort: Finkenwärder Schallen     Errichtet: 1. September 1891    Niedergelegt: 1899



1891

Abbruch der Königsbake beabsichtigt
[NfS. No. 839 v. 18. April 1891]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat am 10.April d.J. bekannt gemacht, daß an Stelle der gegenwärtigen Königsbake bei Finkenwärder im Laufe dieses Sommers eine neue Bake, und zwar eine Leuchtbake, errichtet werden soll. Mit dem Abbruch der gegenwärtigen Bake ist am 15.April d.J. begonnen worden, und für die Dauer der Bauzeit ist neben der alten Bake eine provisorische Bake, welche in ähnlicher Weise wie die alte, aus einer Spiere mit einem Ball als Toppzeichen besteht, errichtet worden."
Befeuerte Königsbake in Betrieb genommen

Errichtung einer Leuchtbake
[NfS. No. 1947 v. 05. September 1891] vgl. NfS. 839/1891

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat bekannt gemacht, daß an Stelle der Königsbake bei Finkenwerder eine Leuchtbake errichtet worden ist, von welcher seit dem 1.September d.J. 15m über Niedrigwasser ein weißes festes Feuer (Fettgas) gezeigt wird. Dasselbe ist im Fahrwasser der Elbe aufwärts von der Richtungslinie Leuchtbake und stumpfe Tonne R S. bis in das nach dem Orte Finkenwerder führende Köhlfleth 2 Sm weit sichtbar.
   Die Bake besteht aus einem roth angestrichenen Bauwerk, dessen Gaskessel aufrecht auf einem gemauerten Sockel steht und ein in einer Laterne endigendes Eisengerüst trägt. Unterhalb der Laterne zieht sich um das Gerüst ein horizontaler Cylinder von 2,5 m Durchmesser und 1,25 m Höhe. ...

   Die Königsbake ist auf einem gemauerten Fundament errichtet und besitzt einen Gaskessel von 2000 mm äußeren Durchmesser und 2500 mm Mantellänge und einen zweiten, später zur Vergrößerung der Brenndauer hinzugefügten Kessel von 2000 mm inneren Durchmesser und 3200 mm Mantellänge. Beide Kessel stehen auf gemauerten Sockeln und sind durch umgelegte schmiedeeiserne Bänder mit einander verbunden. Der Mastkorb des Thurmes ist als Tagesmarke ausgebildet und die Laterne mit einer Linse von 300 mm Durchmesser ist für weisses Blicklicht eingerichtet.
   Auf dem Mantel des Mastkorbes angebrachte Schirme dienen zum Abblenden bestimmter Winkel.
1892

Lage einer Sandbank
[NfS. No. 18 v. 2. Januar ] vgl. NfS. 2669/1891)

   Nach Mittheilung der "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat sich ca 150 m oberhalb der östlichen Finkenwerder Bake eine Sandbank im Fahrwasser der Elbe gebildet, deren nördlichstes Ende sich ca 200 m vom FinkenwerderUfer befindet. ...
Um diese Sandbank zu vermeiden, ist es erforderlich, sich von der Gegend unterhalb der östlichen Finkenwerder Bake auf der Nordhälfte des Fahrwassers zu halten. Man hat die Bank passirt, wenn man die am weitesten elbaufwärts liegende Hälfte des Wracks "Athabaska" passirt hat.
In der Nacht haben die Schiffe, um nördlich frei von der Sandbank zu bleiben, sich nördlich von der Linie "rothes Finkenwerder Feuer und rothes Feuer auf dem Westende des westlichen Duc d´Alben bei Neumühlen zu halten.
1898

   Die Königsbake, roth gestrichen, steht an der Nordseite der Insel Finkenwärder und zeigt 15 m über Hochwasser ein 2 Sm weit sichtbares weißes, festes Feuer (Gas), welches im Fahrwasser der Elbe aufwärts von der Linie Königsbake — stumpfe Tonne R S bis in das Köhlfleth sichtbar ist.

Änderung des Feuers
[NfS. No. 1912 v. 23. Juli 1898]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat unter dem 13. Juli d.J. bekannt gemacht, daß die hierunter aufgeführten Einrichtungen zur Kenntlichmachung der äußeren Grenzen der in der Ausführung begriffenen Korrektionswerke vor Finkenwärder sowie vor Altona vom 16. Juli d. J. an in Betrieb gesetzt werden.

1. Vor Finkenwärder

... Weiter wird an die Stelle des jetzigen weißen festen Feuers 7. Ordnung auf der Königsbake 15 m über gewöhnlichem Hochwasser ein weißes unterbrochenes Feuer 6. Ordnung treten, welches abwechselnd 2 Sekunden sichtbar und 2 Sekunden verdunkelt sein wird.

1898 wurde die Fettgas-Leuchtbake mit einem zweiten Gaskessel verstärkt und in ein Blinklicht umgewandelt.
1899

Auslegung eines Feuerschiffs in der Elbe oberhalb des Köhlfleths bei Finkenwärder
[NfS. No. 2244 v. 19. August 1899]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat bekannt gemacht, daß ein kleines Fahrzeug als Feuerschiff oberhalb der Köhkfleth-Mündung am 15. August d.J. ausgelegt worden ist, welches die Köpfe des die Köhlfleth-Mündung nach Osten zu begrenzenden Stacks No. 12 und des elbaufwärts zunächst liegenden Stacks No. 11 bezeichnet.
   Dieses Feuerschiff ist in der Mitte zwischen den beiden Stacks No. 11 und No. 12 und einige Meter nach dem Fahrwasser hin von der Verbindungslinie der Köpfe dieser Stacks verankert worden. Bei Tage zeigt das Feuerschiff eine rothe Flagge am Mast, an deren Stelle von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang ein weißes, über den ganzen Horizont sichtbares Licht in einer Kugellaterne tritt. Außerdem wird ein gleiches Licht 2 m über Deck, vorne am Stag gezeigt.
Alle das Elbfahrwasser befahrenden Schiffe haben nordwärts von diesem Feuerschiff zu passiren, wobei die Dampfschiffe ihre Fahrgeschwindigkeit soweit wie irgend thunlich zu mäßigen haben.
Feuer auf der Königsbake gelöscht

Auslöschung des Blinklichtes ...
[Amtsbl. der freien und Hansestadt Hamburg
Nr. 138 v. 1899]


Auslöschung des Leuchtfeuers auf der Königsbake bei Finkenwärder und Veränderung des Leuchtfeuers des Feuerschiffs oberhalb des Köhlfleths
[NfS. No. 2491 v. 09. September 1899]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" theilt unter dem 6. September d.J. unter Hinweis auf die Bekanntmachung dieser Behörde vom 13. Juli 1898, betreffend Bezeichnung der Grenzen der in der Ausführung begriffenen Korrektionswerke vor Finkenwärder und Altona mit, daß das in vorerwähnter Bekanntmachung unter "I. Vor Finkenwärder", Absatz 2, beschriebene weiße unterbrochene Feuer auf der Königsbake am Vormittag des 15. September d.J. ausgelöscht und nicht mehr gezeigt werden wird.
Ersatzbake errichtet

Stangenbake errichtet
[Amtsbl. der freien und Hansestadt Hamburg
Nr. 142 v. 1899]


Abbruch der Königsbake auf der Insel Finkenwerder und Errichtung einer Stangenbake
[NfS. No. 2554 v. 30. September 1899] vgl. NfS. 2491/1899

   Nach einer Mittheilung der "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg vom 16. September d.J. wird die Königsbake Finkenwerder bis auf ihren aus einem Steinkegel bestehenden Unterbau abgebrochen werden.
   Als Tagesmarke wird auf dem verbleibendem Unterbau eine Stange errichtet, an der 13m über gewöhnlichem Hochwasser ein Ball von 1,50 m Durchmesser befestigt ist.
1912
Stangenbake beseitigt

Beseitigung der Königsbake auf der Insel Finkenwerder
[NfS. No. 60 v. 13.1.1912]

   Die Königsbake am W-Ufer des Köhlfleths wird im Laufe des Monats Januar 1912 beseitigt.
Zur Kennzeichnung des W-lichen Ufers der Einfahrt in das Köhlfleth wird etwa 165 m rw. 314° von dem bisherigen Standort der Königsbake auf einer Höhe des Mittelwassers liegenden Ecke als neue Landmarke ein Busch aufgestellt werden.
   Ungf. Lage der Königsbake: 53°32,5´N 9°52,6´O.







Die Bake wurde 1899 auf einem neuen Stack an der Köhlfleth-Mündung wieder aufgebaut und mit zwei Eisbrechern versehen.
Wegen des Uferbaus für die Waltershofer Hafenanlagen mußte sie jedoch schon 1911 wieder beseitigt werden.


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