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Die Elbkarte von Melchior Lorichs aus dem Jahr 1568 (Auf 4fach kleineren Maßstab reduziert von Fr. Eugen Schuback, 1843)

Hamburger-Bake an der Oste-Mündung

Geogr. Lage: ~ 53°51´N-Lg. 9°01´O-Br.     Standort: Jacobs Sande    Errichtet: < 1567    Niedergelegt: < 1684



   Bereits im Jahre 1478 wurde die Mündung der Oste eingedeicht um die Einsegelung von und nach der Elbe zu gewährleisten, denn die Oste war bis Bremervörde schiffbar, für Holz- und Torfkähne sogar bis in das Amt Zeven.
Damit wurde es möglich, neue Abgaben einzutreiben. Hierzu wurde in Neuhaus im Jahre 1502 eine Zollstation eingerichtet. Jedes Schiff mußte an der Station anlegen und durfte erst nach Errichtung der Abgabe weiterfahren. Erst im Jahre 1834 legte man in die Elbe vor die Oste-Mündung ein Zoll-Wachtschiff, welches die Aufgaben des Zollamtes Neuhaus übernahm.


1568






   Nach der Elbkarte von M. Lorichs aus dem Jahre 1568 stand die Hamborger Baake im Vorlande des Deiches auf dem Jacobs Sande und bezeichnete die Einfahrt in die Oste.

   Sie war die fünfte und letzte, der an der Südseite von der Mündung der Elbe bis Hamburg vorhandenen Baken.

Elbkarte von Melchior Lorichs, 1568

1684






Die "Hamburger Bake" ist nicht mehr vorhanden. Dafür lag in der Mündung der Oste eine schwarze Tonne (e).
Der Jacobs Sandt (f) bestand noch.

"Paskaart van de Iade, Weser en Elve" (Ioann van Keulen, 1684)

1690



"Nobilissimi Albis Fluvii Ostia nec non Hamburgense" (Nicolaes Visscher ll, ca. 1690)

1727

"Anmerkungen über das Hamburgische Schiff- und See-Recht", von Herman Langenbek, Anno 1727"

... §. 18.    Von den Tonnen, wovon weiter in §. 21. ist zu merken deren Ordnung, wie sie liegen, als: ...






      16. Die schwarze Tonne benedden (unten) der Oost.

      17. Die schwarze Tonne baven (oben) der Oost,...


"Karte der Elbmündung",1721 (Samuel Gottlieb Zimmermann und Otto Hasenbanck)

... §. 21.    Die Elbtonnen, wie stark sie auch mit Eisen beschlagen und versehen, wie groß und schwer sie auch sonst von Holz seyn, und mit grossen etliche Faden langen schweren eisernen Ketten, und extra grossen schweren Steinen im Grunde befestiget liegen, können doch dem Eißgang nicht widerstehen, sondern es reisset das Eiß diese Tonnen mit Ketten und Steine aus dem Grund weg, so daß sie viele Meilen in See wieder gefischet, und da sie mit der Stadt-Wapen gezeichnet also kennbar von den Bergern wieder auf die Elbe geliefert und entweder gegen Berglohn, oder vermöge Vergleichs gegen einer Reçonnoissance von einer Tonnen Saltz, dergleichen mich von Marne erinnere, redimiret werden müssen: Darum, diese schwere Unkosten zu vermeiden, des Winters einige aufgenommen, und an Stelle der Tonnen Eiß-Bojers, welche man auch Eiß- und Drift-Baaken nennet, geleget werden, wie solches, und daß die Veränderung der Tonnen von jeher schon gewöhnlich gewesen.

§. 22   Die Aufsicht, Aufnehmung und Verlegung der Tonnen incumbiret denen Tonnen-Legern, deren zweene bestellet, der eine auf die Tonnen von der Stadt biß an die Störe, und der andere von dort biß an die rothe Tonne in See. ...

1801
Im Jahre 1801 schob sich die Sandbank derart vor die Oste-Mündung, sodass kein Schiff mehr nach Neuhaus gelangen konnte.
1865






Die ersten eisernen Tonnen wurden in der Elbe ab dem Jahre 1857 ausgelegt.

"Die Unterelbe, Glückstadt bis Cuxhaven", 1865

1878

   Oste-Mündung** und Unter-Oste (No. 805)








"Die Mündungen der Jade, Weser und Elbe"
Hydrogr. Bureau der Kaiserlichen Admiralität, 1876

Gattung: 2 Tonnen (im Sommer ausliegend)
Zweck: Bezeichnen die westliche Seite des Fahrwassers.
Beschreibung: Eiserne plattbodige Tonnen mit Mittelboden, mit Kette an einem Stein verankert.
Erkennungsmerkmale: Beide schwarz, mit weissem "O.S."
Wassertiefe bei Niedrigwasser am Ort des Zeichens: 1,75 m

Gattung: 2 Treibbaken (im Winter ausliegend)
Zweck: Desgl.
Beschreibung: 3,5 m lange Rundhölzer mit Stange, mit Kette an einem Stein verankert.
Erkennungsmerkmale: Mit einem Korb an der Stange.
Wassertiefe bei Niedrigwasser am Ort des Zeichens: 1,75 m



   Oste-Mündung** und Unter-Oste (No. 806)






"Die Unterelbe, Glückstadt bis Cuxhaven", 1865

Gattung: 3 Tonnen (im Sommer ausliegend)
Zweck: Bezeichnen die östliche Seite des Fahrwassers.
Beschreibung: Holztonnen. Die äussere Tonne (an der Elbe), von 2,34 m Länge und 0,9 m Durchmesser, ist plattbodig und mit eisernen Ringen gepanzert;
die mittlere von 2,92 m Länge und 0,78 m Durchmesser, ist spitz und ganz mit eisernen Ringen gepanzert;
die innere, ebenfalls spitz, ist nur mit einzelnen eisernen Ringen umspannt und hat 2,34 m Länge bei 0,97 m Durchmesser, mit Kette an einem Stein verankert.
Erkennungsmerkmale: Weiss. Die äußere Tonne mit schwarzem "O.S.";
die mittlere trägt eine 58 cm lange Hebelstange und die innere einen aufrecht stehenden Ring auf der Spitze.
Wassertiefe bei Niedrigwasser am Ort des Zeichens: 1,75 m

3 Treibbaken (im Winter ausliegend)
Zweck: Desgl.
Beschreibung: 3,5 m lange Rundhölzer mit Stange, mit Kette an einem Stein verankert.
Wassertiefe bei Niedrigwasser am Ort des Zeichens: 1,75 m

Pricken
Zweck: Bezeichnen die Uferkante zwischen der Ebbelinie der Elbe und dem begrünten Aussendeiche auf dem Watt an der westlichen Seite des Fahrwassers
Beschreibung: Stangen in Stärke von Hopfenstangen.

** Die Oste-Mündung verlegt sich jährlich etwa um 5 m nach Westen hin.
1886

[Segel-Handbuch für die Nordsee, Drittes Heft, 1886]

Neuhaus an der Oste

Die Oste mündet etwa 3 Sm unterhalb Neuhaus und hat auf dieser Strecke überall Tiefen von 2½ m und darüber bei Niedrigwasser. Der Fluß macht bis Neuhaus hinauf nur schmale Biegungen, so daß er selbst größeren Fahrzeugen das Hinaufgehen gestattet. Eingeführt werden Holz und Kohlen, ausgeführt Cement, Mauersteine und Ziegel.
Der Eingang von der Elbe ist durch Tonnen an beiden Seiten bezeichnet, dann folgen an der Westseite des Fahrwassers bis zum Deich Pricken.

Am westlichen Ufer der Oste steht oberhalb der Belumer Schleuse das zweistöckige Zollgebäude. Bei Nacht bezeichnet der weiße Sektor eines an der Giebelseite dieses Hauses brennenden Feuers die Mündung der Oste.


Das Feuer am Zollhaus war das erste Leuchtfeuer an der Mündung der Oste.


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