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Nord-Baken Ruden (Oier Riffbaken)

Geogr. Lage: 54°12´N 13°46´O    Standort: W-licher Teil der Insel     Errichtet: vor 1700    Gelöscht: 2006




~ 1700







   Bereits um 1700 sind zwei Baken auf der Insel Ruden eingezeichnet, die die Richtung zum Ooster diep markierten.

Ausschnitt aus: "Rugen en de Straal sond" (Gerard van Keulen, ~1700)

1816

"Beschreibung von den Küsten an der Ostsee und dem finnischen Meerbusen", 1816

   Oosten Diep wird die Einfahrt der Greifswalder Insel nach Rudö genannt. besagter niedriger Holm hat zwei Merkstangen, welche das Fahrwasser bezeichnen, von denen die westliche oder niedrigste bloß mit einer Tonne, die östliche aber zugleich am oberen Ende mit einem Triangel versehen ist. Mit diesen Stangen in ... in gerader Richtung mit einander, passire man die Bank zwischen dem Usedomer Riff oder Hake, und der seichten Fläche, die sich von Rudö nach der Greifswalder Insel erstreckt, auf welcher letzteren gewöhnlich, 7-8 Kabellängen im Osten von Rudö, eine Steuerbordpricke in 10 Fuß befindlich ist. Von dieser Pricke biege man SW nach der südlichen Spitze von Rudö ab, worauf man in einer Tiefe von 4-5 Faden vor Anker gehen, oder auch um obgedachte südliche Spitze, die am äußersten Ende des Riffs eine Pricke hat, herum wenden und den Kurs nach der Ankerstelle im Westen der Insel, mit einer Tiefe von 4-3 Faden, richten kann.
Von Rudö geht eine schmale Rinne für Fahrzeuge von 7 Fuß nach Penemünde, nach Wolgast, Lassahn und Anclam, wie auch über Kleine und Große frische Haff nach Stettin hin.

1869

Segel-Anweisung
[NfS. No. 26/258 v. 10. August 1869]

    I. Für die nach Wolgast durch das Osttief segelnden Schiffe

   ... Bei Tage steuert man die Oier Rifftonne an (eine schwarze Tonne, auf welcher ein Strauchbesen befindlich). Dieselbe liegt auf 3 1/2 Faden Wasser und die Greifswalder Oie NO per Compaß davon.
Zu gleicher Zeit erkennt man auf dem Ruden zwei Baken, eine Tonnen- und eine Armbake (Oier Riffbaken). ...

Stralsund, den 10. August 1869, Königliche Regierung.

1878

Ruden (Lfd. Nr: 175), am Ostrande der Insel, bezeichnen die Richtung des Ostertiefs.

Beschreibung: Hölzerne sogen. Stuhlbaken zum Niederlegen eingerichtet,
die östliche mit liegender Tonne an der Spitze
Erkennungsmerkmale: Theeranstrich.
Sichtweite des Zeichens: 4 Sm


Ruden (Lfd. Nr: 175a), am Westrande der Insel

Beschreibung: Hölzerne sogen. Stuhlbaken zum Niederlegen eingerichtet,
die westliche mit einer Raa zum Anbringen der Wasserstandssignale.
Erkennungsmerkmale: Theeranstrich.
Sichtweite des Zeichens: 4 Sm

1879


Greifswalder Bodden, Bl.5 (Hydrogr. Amt der Kaiserlichen Marine, Berlin 1881)

1888
Nordbaken werden befeuert ⇒ Leitfeuer

Beabsichtigte Anzündung von zwei Leuchtfeuern
[N.f.S. Nr. 1649 v. 15.9.1888]

   Um den Fresendorfer Haken bei Nacht zu kennzeichnen, wird beabsichtigt, auf den auf dem Nordende der Insel Ruden stehenden Baken zwei weiße Feuer anzuzünden. Diese Feuer sollen so gestellt werden, daß die in ihrer Richtungslinie fahrenden Schiffe den Fresendorfer Haken vermeiden.
   Die Anzündung dieser Feuer wird noch bekannt gemacht werden.

Anzündung der beiden Leuchtfeuer auf der Insel Ruden
[N.f.S. Nr. 1928 v. 27.10.1888]; vgl. NfS. 1649 d. diesj. "NfS."

   Auf den beiden Baken am Nordende der Insel Ruden sind nunmehr zwei weiße feste Laternenfeuer angezündet worden. Das Feuer auf der östlichen Bake ist höher als dasjenige auf der westlichen Bake.
1893

Bebakung und Befeuerung

   Auf dem Nordende der Insel stehen zwei Baken, deren Deckpeilung nach Osten zu oder von Osten her über den südwestlichen Theil des Oier Riffs, nach Westen her nördlich frei vom Freesendorfer Haken führt.
   Bei Nacht sind diese Baken für das Innenfahrwasser weiß befeuert.
1899

Löschung der Leitfeuer Ruden
[N.f.S. No. 163 v. 21.1.1899]

   Nach Mittheilung des Königlichen Regierungs-Präsidenten zu Stralsund sind die beiden Leitfeuer auf der Insel Ruden am 15. Januar d. J. ausgelöscht worden und wird von diesem Tage ab der Freesendorfer Haken nur noch durch das auf der dort befindlichen Steinbake befindliche Feuer bezeichnet.
1901

Veränderung der Bebakung
( N.f.S. No. 713 v. 30.3.1901)

   Nach Mitteilung des Küstenbezirksamtes in Stettin vom 31. Januar d.J. sind in der Bebakung, Befeuerung und Betonnung des Stettiner Haffs folgende Veränderungen eingetreten:

...
27.   Auf den Nordbaken auf dem Ruden sind die Leuchtfeuer ausgelöscht worden.
Geogr. Lage: 54°12´24´´N-Br., 13°46´36´´O-Lg.


Nordbaken wieder unbefeuert

Versuchsweise Versetzung der Nordbaken
[N.f.S. Nr. 1585 v. 20.7.1901]

   Nach einer telegraphischen Mittheilung des Küstenbezirksamtes in Stettin vom 12. Juli d. J. sind die Nordbaken auf der Insel Ruden versuchsweise so versetzt worden, daß sie in Linie auf Osttief O-Tonne zeigen.
1903

Landmarken zerstört ( 54°19´20´´N 13°38´00´´O)
[N.f.S. Nr. 911 v. 02.5.1903]

   Nach Mitteilung der Wasserbauinspektion (O-Bezirk) in Stralsund vom 27. April d.J. ist durch den am 19. April d.J. herrschenden Sturm die W-liche Richtungsbake für das Osttief, die sich auf der Insel Ruden befindet, zerstört worden. Ferner ist der als Lotsenmarke dienende krause Baum auf Reddewitzer Höft, an der SO-Küste der Insel Rügen, umgebrochen.

Ruden-Bake errichtet
[N.f.S. Nr. 2363 v. 07.11.1903]; (Vgl. Nr.911 d. diesj. N.f.S.)

   Nach Mitteilung der Wasserbauinspektion (O-Bezirk) in Stralsund vom 1. November d.J. ist die durch den Sturm am 19. April d.J. zerstörte W-liche Richtungsbake für das Osttief auf der Insel Ruden durch eine neue Bake ersetzt worden.
1904

Lageplan nach dem Zustand der Insel im Jahre 1904

1907

Bake versetzt und geändert ( 54°11,95´N 13°46,60´O)
[N.f.S. Nr. 2166 v. 28.9.1907]

   Die O-liche der auf der Insel Ruden befindlichen Richtungsbaken für das Osttief, ein einfacher Mast mit Dreieck-Toppzeichen, ist beseitigt und als Ersatz in 280m Entfernung von der W-lichen Bake eine neue Bake in etwa 3,5m Wassertiefe errichtet worden.
   Ihren Unterbau bildet bis zu 2,0m Höhe über W-WSS. ein abgestumpfter Felskegel und darüber ein 5,0m über M-WSS. reichendes, aus rotem Ziegelmauwerk bestehendes, vierseitiges Prisma von 2,0m Seitenlänge und 3,0m Höhe. Auf dem Mauerprisma steht ein vierkantiges Eisengerüst, welches in 7,4m über M-Wss. eine eiserne Plattform mit Geländer und einen zylindrisch geformten Blechkörper von 1,8m Durchmesser und 2,0m Höhe mit kegelförmigem Dach und Firstknauf trägt. Des höchste Punkt des Firstknaufes liegt 10,6m über Mittelwasser. Das kegelförmige Dach mit Knauf ist rot, der übrige Teil des zylindrischen Körpers, das Geländer und das Eisengerüst sind grau gestrichen.
1915





Richtbaken

   Auf dem Nordende dieser Insel stehen zwei Baken, in deren Deckpeilung die Ansteuerungstonne des Osttiefs liegt. ...

Pommersche Bucht und Stettiner Haff, Nr. 55 (Oberkommando der Kriegsmarine, Berlin 1912)

1926

Bake beschädigt
[N.f.S. Nr. 4690 v. 16.10.1926]

   Der rund 23 m hohe, hölzerne Mast der für die Ansteuerung des Osttiefs dienenden Bake auf der NO-Seite der Insel Ruden auf ungf 54°12,45´N, 13°46,55´O ist durch den Sturm abgebrochen worden. Wiederaufrichtung erfolgt sobald wie möglich.

Bake wieder errichtet
[N.f.S. Nr. 5724 v. 18.12.1926]

   Die rund 23 m hohe, hölzerne, für die Ansteuerung des Osttiefs dienende Bake auf der NO-Seite der Insel Ruden
auf ungf 54°12,45´N, 13°46,55´O ist wieder errichtet worden.
1931






   Auf dem N-Ende von Ruden stehen zwei Baken (Westl. und östl. Bake), in deren Deckpeilung die Ansteuerungstonne des O-Tiefs liegt.

Ostsee-Handbuch, S-licher Teil, Nr. 2003 S. 234, Marineleitung

1933
Westliche Bake abgebrochen; Neue Oberbake errichtet

Bezeichnung geändert
[N.f.S. Nr. 4248 v. 16.9.1933]


1.    Die westliche der beiden auf der Insel Ruden stehenden, die Ansteuerungstonne des Osttiefs bezeichnenden hölzernen Baken auf 54°12´28´´N, 13°46´19´´O ist abgebrochen worden.

Sie wird durch eine neue 6 m südlich hiervon stehende, 23 m hohe, eiserne Gitterbake mit 3 m breitem und 1,5 m hohen Rechtecktoppzeichen ersetzt werden.
Gleichzeitig wird von der östlichen Bake das obere Dreiecktoppzeichen entfernt werden.


2.    Nach Fertigstellung der neuen Bake werden die Ansteuerungstonnen des Osttiefs ... geändert.
1934

Bezeichnung wird geändert
[N.f.S. Nr. 2675 v. 21.7.1934]

Die folgenden neuerbauten eisernen Baken haben folgenden Anstrich erhalten:

...
1. Oberbake auf dem Nordteil der Insel Ruden zur Ansteuerung des Osttiefs, auf ungf. 54°12,4´N, 13°46,3´O
    Eisenfachwerk grau. Das 3 m breite und 1,5 m hohe rechteckige Toppzeichen weißer Grund mit rotem Dreieck mit der Spitze nach unten. ...

1951






   Auf dem N-Ende von Ruden stehen die beiden Ruden-N-Baken, in deren Deckpeilung die Ansteuerungstonne des O-Tiefs liegt.


   Die Unterbake ist eine Stangenbake mit Dreieck-Toppzeichen, Spitze nach oben.

Handbuch für die Küste der DDR, S. 81, SHD der DDR, 1951

1962
Nordbake wird befeuert

Ruden-N-Leitfeuer wird angezündet
[N.f.S. Nr. 2250(P)+2764 v. 30.6.1962]

Zeit der Ausführung: Demnächst; ohne weitere Nachricht.

Geogr. Lage: 54°12,37´N, 13°46,29´O
Kennung: Ubr. Grp. (2) w. & r. & gn.
Feuerhöhe über Wasser: 25 m
Tragweite: Weiß 9, rot 6,1, grün 5,5 sm.
Feuerträger: 23 m hoher, weißer Gittermast mit roter Laterne.
Angaben: Das Leitfeuer führt durch den Fahrwasserabschnitt von der Spierentonne Elsagrund N bis zur Freesendorfer-Leucht-Heultonne.

1992

   Ruden N-Leuchtfeuer ( C 2656.6)


Geogr. Lage: 54°12´N 13°43´E
Kennung: Ubr. w/r/gn. 6 s
Höhe über Wasser: 25 m
Höhe über Erdboden: 23 m
Tragweite: 7/4/4 sm
Angaben: Weißer Gittermast mit roter Laterne

2006

Zeitweise Löschung
[WSA Stralsund 70/06 (NfS.29/06)]

Ruden N-Leuchtfeuer, (T) gelöscht
2009

Farbsektoren angepasst
[BfS. 128/09 WSA Stralsund, 7.12.2009]

Die Farbsektoren der Leitfeuer Peenemünde und Ruden-N werden den internationalen Richtlinien der Farbkennzeichnungen von Fahrwassern angepasst.
Die geplante Umrüstung der Feuer soll im Mai 2010 erfolgen.
2010

   Ruden N-Leuchtfeuer (C 2656.6)

Geogr. Lage: 54°12´N 13°46´E
Kennung: Oc. WRG. 6 s
Höhe über Wasser: 25 m
Höhe über Erdboden: 23 m
Angaben: Weißer Gittermast mit roter Laterne


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