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Athabaska-Leuchtfeuer

Geogr. Lage: 53°32´29´´N, 9°54´32´´O    Standort: O-liche Seite der Einfahrt in das Köhlfleet     Errichtet: 1892   Niedergelegt: > 1921



   Am 7. Oktober 1891 befuhr der englische Schraubendampfer „Athabaska“ die Elbe in Richtung Hamburg. Gerade hatte er die Finkenwerder Bake passiert und hielt nun backbord auf das Neumühlener Feuer zu. Dabei kam jedoch das Schiff der Untiefe Böhnhasen-Sand zu nahe und nahm Grundberührung. Bei der nächsten Flut kam der 90 m lange Dampfer wieder frei, lag aber dabei noch schräg in der Fahrrinne. In dieser Lage krachte der deutsche Dampfer „Procida“ hinter der Kommandobrücke in die „Athabaska“. Daraufhin lief der Kessel- und Maschinenraum voll Wasser, wodurch das Schiff vor dem Parksand sank.
    Das Wrack der „Athabaska“ konnte nicht geborgen werden und wurde nur aus dem Fahrwasser geschafft und auf Strand gesetzt.
Die Gefahrenstelle wurde gekennzeichnet.


1891
Wrack-Feuerschiff ausgelegt

Kennzeichnung des Wracks "Athabaska"
[NfS. No. 2441 v. 14. November 1891]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat bekannt gemacht, daß der Dampfer "Athabaska" ca. 250 m oberhalb der östlichen Finkenwerder Bake gesunken ist, und daß am 8. November d. J. unterhalb des Wracks an die Stelle der schwarzen spitzen Tonne No. 15 ein Feuerschiff ausgelegt worden ist, welches die Nordgrenze des dortigen Fahrwassers bezeichnet. Es ist ein einmastiges rothes Schiff, welches am Tage im Topp einen schwarzen Ball und von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang statt des Balles ein weißes festes Feuer von 4 Sm Sichtweite führt. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter werden mit einem Gong alle 2 Minuten Nebelsignale von demselben abgegeben werden.
Das Feuerschiff liegt auf 4 m Niedrigwasser mit dem Vordertheil nach Norden zeigend nahezu quer im Fahrwasser.
Die grösste Breite des passirbaren Theiles des Fahrwassers liegt nördlich vom Athabasca während südwärts nur eine schmalere Passage von geringerer Wassertiefe vorhanden ist.
Die Athabasca ist noch von ihrer Mannschaft besetzt und wird bei Tage vor dem Fockmast 3 schwarze Bälle, während der Dunkelheit statt der Bälle 3 rothe Lichter zeigen. Alle kleineren Schiffe von massigem Tiefgange insbesondere alle Flussfahrzeuge haben laut Verordnung der Deputation das nordwärts von der Athabasca1 verbleibende tiefe Fahrwasser zu vermeiden, damit die grossen und tiefen Schiffe hier ungehindert vorbeifahren können. Die kleineren Schiffe haben das Fahrwasser südlich von der Athabasca zu nutzen.
⇒   Sitzung des Seeamtes Hamburg vom 29. October 1891

Bemerkungen über das Wrack "Athabaska"
[NfS. No. 2669 v. 12. Dezember 1891]
vgl. No. 2441 d. diesj. NfS

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat am 7. Dezember d.J. bekannt gemacht, daß das Wrack des Dampfers "Athabaska" durchgebrochen und beide Wracktheile dem südlichen Ufer der Elbe bis auf ca 100 m nahe gebracht worden sind. Das Vordertheil liegt parallel mit dem Ufer, mit dem Bug elbabwärts, 190 m von der östlichen Finkenwerder Bake; das Hinterende liegt gleichfalls parallel mit dem Ufer, mit dem Heck elbaufwärts. Zwischen beiden Wracktheilen ist ein Zwischenraum von 30 m. ...
1892

Feuerschiff beim Wrack "Athabaska"
[NfS. No. 19 v. 2. Januar 1892]
vgl. No. 2441 d. NfS 1891

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat mitgetheilt, daß das unterhalb des Wracks "Athabaska" stationirte Feuerschiff Eises halber am 24. Dezember eingezogen und am 28. Dezember wieder ausgelegt worden ist.
Wrack bezeichnet

Veränderte Bezeichnung
[NfS. No. 627 v. 26. März 1892]







   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat mitgetheilt, daß die Bergungsarbeiten am Wrack des gesunkenen Dampfers "Athabaska" bei Finkenwerder (vgl. NfS 1891 No. 2441 u. 2669 u. 1892 No. 19) zeitweilig eingestellt worden sind, nachdem es gelungen ist, die beiden Wrackhälften aus dem Fahrwasser zu entfernen.
   An ihrer jetzigen Liegestelle sind die beiden Wrackstücke bei Tage stets sichtbar, so daß eine Bezeichnung zu dieser Zeit nicht erforderlich ist. Dagegen werden während der Nacht, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, zwei weiße Lichter in Kugellaternen, und zwar das eine auf der elbabwärts liegenden vorderen Wrackhälfte am Ladebaum und das andere auf der hinteren Wrackhälfte am Flaggenstock über dem Heck gezeigt werden.


Bergerlohn für das Wrack "Athabaska"
["Hansa" 1892]

   Den vereinigten Bergern der "Athabaska" ist in dieser Woche von der Finanz-Deputation der vereinbarte Bergerlohn für die Entfernung des Wracks aus dem Fahrwasser der Elbe mit 120.000 M ausbezahlt worden. Die am 7. Dezember v.J. beendigte Bergung wurde bekanntlich von der Vereinigten Bugsir-Gesellschaft und den Tauchern Flint und Harmstorff ausgeführt.
1897



Veränderte Bezeichnung des Wracks
[NfS. No. 3065 v. 20.11.1897]
vgl. No. 2669 v. 1891 + No. 627 v. 1892

   Nach Mittheilung der "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg vom 12. November d. J. ist, nachdem die hintere Hälfte des Wrackes des Dampfers Athabaska bei Finkenwärder beseitigt ist, die bisherige nächtliche Bezeichnung des außerhalb des Fahrwassers verbleibenden vorderen Wracktheils, wie folgt, verändert worden:

   Vom Abend des 15. November d. J. wird der Wracktheil während der Dunkelheit durch zwei weiße Lichter in Kugellaternen bezeichnet sein, welche beide hinter dem Mast an Takelagetheilen 5 m über mittlerem Hochwasser in gleicher Höhe neben einander, aber 3,5 m von einander entfernt, befestigt sind.
   Diese Laternenlichter brennen ohne Beaufsichtigung.
Das bisher auf diesem Wracktheil gezeigte einzelne Licht wird in der Nacht vom 14. auf den 15. November d. J. zum letzten Mal unterhalten werden.

1898

Änderung des Feuers
[NfS. No. 1912 v. 23. Juli 1898]

   Die "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg hat unter dem 13. Juli d.J. bekannt gemacht, daß die hierunter aufgeführten Einrichtungen zur Kenntlichmachung der äußeren Grenzen der in der Ausführung begriffenen Korrektionswerke vor Finkenwärder sowie vor Altona vom 16. Juli d. J. an in Betrieb gesetzt werden.

1. Vor Finkenwärder
... Weiter wird an die Stelle des jetzigen weißen festen Feuers 7. Ordnung auf der Königsbake 15 m über gewöhnlichem Hochwasser ein weißes unterbrochenes Feuer 6. Ordnung treten, welches abwechselnd 2 Sekunden sichtbat und 2 Sekunden verdunkelt sein wird.
... Auf der Back des außerhalb des Fahrwassers verbliebenen Athabaska-Wrackteile wird 12 m über gewöhnlichem Hochwasser ein gleiches unterbrochenes Feuer wie das vorerwähnte neue Feuer der Königsbake gezeigt werden.
Oberhalb vom Athabaska-Wrack wird auf einer kleinen, nahe an der Südgrenze des tiefen Fahrwassers noch verbliebenen flachen Stelle ein kleines einmastiges Fahrzeug, ähnlich dem bislang vor Finkenwärder befindlichen Feuerschiffen, in ungef. 53°32,63° N-Br. und 9°55,5´O-Lg. verankert, welches bei Tage ein rothe Flagge, bei Nacht ein weißes festes rundum sichtbares Feuer am Mast und ein zweites gleiches Feuer vorne am Stag zeigen wird. ...
1899

Einziehung des Wrack-Feuerschiffes
[NfS. No. 522 v. 25.2.1899]




   Nach Mittheilung der "Deputation für Handel und Schiffahrt" zu Hamburg vom 18. Februar d. J. ist das am 16. Juli 1898 oberhalb des Athabaska-Wracks ausgelegte kleine Feuerschiff am 7. Februar d. J. Eises halber eingezogen und wird nicht wieder ausgelegt werden.
   Als Tagesbezeichnung für die südliche Fahrwassergrenze an der fraglichen Stelle wird die nach ungefähr 53°32,58´N-Br. und 9°55,35´O-Lg. auf 4,5 m Wasser bei mittlerem Niedrigwasser verlegte rothe Tonne mit besenförmigem Toppzeichen dienen, welche zu Zeit als Winterseezeichen für die rothe stumpfe Tonne S ausliegt.
   Als Nachtbezeichnung sind das weiße Blinkfeuer auf dem Athabaska-Wrack und das weiße unterbrochene Feuer gegenüber der früheren Altonaer Gasanstalt an der südlichen Grenze des Fahrwassers auf dem daselbst befindlichen Duc d´Alben so abgeblendet, daß die früher durch das Feuerschiff, jetzt durch das Winterseezeichen der Tonne S bezeichnete südliche Grenze des Fahrwassers nicht durch die vorbenannten beiden Feuer beschienen wird.
1910

 Athabasca (Nr. 274), Wrack außerhalb des Fahrwassers






Position: 53°32´29´´N 9°54´32´´O
Kennung: Blk. (Fettgas)
Höhe des Feuers über Hochwasser: 12,0 m
Sichtweite: 12 Sm
Angaben: Hölzerner Aufbau auf der Back des Wracks, auf welchem der rote Kessel mit Gitterwerk
Bemerkungen: Das Feuer ist so abgeblendet, daß die S-liche Grenze des Fahrwassers nicht beschienen wird.
Unbewacht; unterstehen dem Altonaer Hafenamt.

1920

Feuer, Angaben
[NfS. No. 1557 v. 22. Mai 1920]

   An der Unterelbe werden sämtliche Feuer wieder regelmäßig gezeigt, nur das weiße Blinkfeuer mit Einzelblinken auf dem Wrack auf ungf. 53°32´N, 9°55´O und das rote Festfeuer am O-Ende des Leitdammes von Altona auf ungf. 53°33´N, 9°57´O sind, weil entbehrlich, gelöscht worden.
1921

Wrackfeuer, Anzündung
[NfS. No. 985 v. 19. März 1921] vgl. NfS. 1557 v. 1920

   Auf dem Wrack Athabasca auf ungf. 53°32´N, 9°55´O ist wieder ein 4 Sm weitsichtbares, weißes Blinkfeuer mit Einzelblinken von 2 s Dauer, Pause 3 s, Wiederkehr 5 s, angezündet.
1950

Athabascahöft, an der O-Seite des Parkhafens

Position: 53°32´N 9°55´O
Kennung: F. r.
Höhe des Feuers über Hochwasser: 13 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 8,9 m
Tragweite: 9 Sm
Angaben: Graue, eiserne Gitterbake.
Unbewacht. Unterstehen der Verwaltung der Hansestadt Hamburg, Strom- und Hafenbau.

1990


   Athabaskahöft, an der O-Seite der Einfahrt

Position: 53°32´N 9°55´O
Kennung: F. r.
Höhe des Feuers über Hochwasser: 10 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 7 m
Tragweite: 4 sm
Angaben: Grauer Turm

1992
Verlängerung des Athabaska-Kais

   Bei dem Bau des 10. Liegeplatzes am Burchardkai stieß man auf das Wrack der Athabaska und verwendete es beim Ausbau der Hafenanlage als Molenkopf für die Einfahrt in den Parkhafen.
1996

Sektoren
[NfS. 16 v. 19.4.1996]

Ersetze:

Feuer Athabaskahöft mit F.R. Sektor 333,5° — 327,4° auf 53°32,4´N 009°54,5´E.

2003

   Athabaskahöft (B1583/12020), an der O-Seite der Einfahrt

Position: 53°32´N 9°55´O
Kennung: F. R., 333,5°-327,0°
Höhe des Feuers über Hochwasser: 8 m
Höhe des Turmes über Erdboden: 7 m
Tragweite: 3 M
Angaben: Grauer Turm

2012

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