Nordsee > Nordfriesland

Leuchtfeuer- und Lootsen-Galiot-Station "EIDER"

Erst-Position: 54°15´45´´ N-Br., 8°34´54´´O-Lg.   Station eingerichtet: 1. Oktober 1815    Station aufgehoben: 1926



   Mit dem Bau des Schleswig-Holstein-Kanals (1777-1784) wurde der erste durchgehende Schiffsweg zwischen Nordsee und Ostsee geschaffen. Der daraufhin stark zunehmende Schiffsverkehr erforderte neue und sichere navigatorische Maßnahmen an der Eider-Mündung.


1815
Lootsen-Galliote in der Eider-Mündung ausgelegt

Bekanntmachung, betr. die Stationirung einer Lootsen-Galliote in der Dove an der Eidermündung
["Chronologische Sammlung der im Jahre 1815 ergangenen Verordnungen und Verfügungen"
Bekanntmachung No. 75 v. 28.9.1815]

   Zufolge Allerhöchsten Befehl sind, zu größerer Sicherheit und Erleichterung der Schiffahrt auf der Eider und dem Schleswig-Holsteinischen Canal, folgende Veranstaltungen getroffen worden:

   1. An der Eidermündung, in der sogenannten Dove, einer Bucht der Watten, ist auf 5 á 5½ Faden Tiefe eine Lootsen-Galliote stationirt.
Wenn die aus dem Westen einsegelnden Schiffe selbige O. oder O.S.O. vor sich sehen, können sie sicher darauf ansegeln, und sobald sie die Galliote vorbeigesegelt sind, vor Anker gehen, falls Witterung oder Wasserstand eine weitere Einfahrt unsicher machen möchten.
Es befindet sich auf diesem Fahrzeuge eine bestimmte Anzahl Lootsen zur Pilotage auf der Eider, und des Nachts ist eine Laterne sichtbar. Es ist nicht nur wegen der Stelle, wo es liegt, sondern auch als ein abgetakeltes Schif, sehr kennbar. Es hat nur einen Mast, der weiß angestrichen ist, auf welchem sich ein Flaggenstock mit einer kleinen dänischen Flagge befindet, die ungefähr 45 Fuß über die Wasserfläche erhaben ist.
Sollte der mögliche, jedoch hoffentlich sehr seltene, Fall eintreten, daß so viele einkommende Schiffe auf einmal Lootsen von der Galliote genommen hätten, daß keiner mehr vorhanden wäre, so wird eine weiße Flagge aufgezogen, worin mit großen schwarzen Buchstaben die Worte stehen: Die Lootsen sind alle abgegangen, The Pilots are all employed; und in diesem Falle ist es dem Schiffe, welches mit einem fremden Lootsen einkömmt, erlaubt, sich desselben ferner zu bedienen um die Eider einzusegeln, da ein solcher Lootse sonst verpflichtet ist, sich von einem Galliotslootsen ablösen zu lassen.
   Die Galliote wird so zeitig im Frühjahr ausgelegt, als es nur des Eises wegen geschehen kann, und bleibt bis ultimo November an Ort und Stelle liegen, wenn nicht ganz außerordentliche und unerwartete Zufälle ihre frühere Entfernung nöthig machen sollten.

2. Auf der Kieler Föhrde sind drei Leuchtfeuer errichtet, nämlich:

         a) an der Canalmündung

         b) auf der Festung Friedrichsort ...

         c) auf der sogenannten Bülker Hucke ...

Diese Feuer werden am 1sten October d. J. angezündet.

     Königl. Canal-, Hafen- Und Leuchtfeuer-Direction den 28. Sept. 1815.



Station "Eider Galliot" eingerichtet
[Schleswig-Holstein, erster Band, 1833]

   Im Jahre 1807 war das Leucht- und Signalschiff, zugleich mit den an der Ostseite des Herzogthums Schleswig zu Friedrichsort und Bülk für den Eingang in die Kieler Föhrde errichteten Leuchtfeuern, fertig.
Allein der unerwartete Krieg mit England machte eine Veränderung nöthig, und das Fahrzeug, so wie auch das erwähnte Leuchtfeuer, wurde daher erst im Jahre 1815 ausgelegt.

   1833 strandete die Galiot in einem Novembersturm. Besatzung und Schiff konnten nicht gerettet werden. Ein Jahr behalf man sich mit einem anderen Schiff, bis 1835 eine neue, stärkere Lotsengaliot mit zwei Masten und einem wesentlich verbesserten Lampenapparat auf der Position 54° 15' 45'' Nord/ 8° 34' 54'' Ost ausgelegt wurde. Das Schiff blieb dort mit einem Kapitän, einem Koch, vier Matrosen und neun Seelotsen vom Februar bis Ende November. Die Galiot war schon in dem später für Feuerschiffe typischen Rot gestrichen und trug ein weißes Kreuz, also die dänischen Farben. Später verschwand es und wurde durch die große Aufschrift "Eider" abgelöst. Die zweite Galiot wurde 1868 ersetzt. Nach der Annexion der Herzogtümer durch Preußen (1867) wurde 8,5 Seemeilen (knapp 16 km) vor der Mündung der Eider zusätzlich ein Feuerschiff ausgelegt, das 1909 ersetzt wurde und dann "Außeneider" hieß. In den 1870er Jahren wurde die Nachrichtenübermittlung zwischen den Feuerschiffen und nach Tönning durch Brieftauben aufgenommen ( Fundsachen) und bis 1912 betrieben. Nach der Aufhebung des Lotsenzwanges für die Eider wurde 1926 die letzte (inzwischen vierte) Lotsengaliot eingezogen, das Feuerschiff Außeneider blieb noch bis 1939 auf Position. -ju- 0501 Quellen: Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte, Mitteilungsblatt 2 (1982), Helmut Staeglich, Mitteilungsblatt 9 (1990), Wolfgang Martin; Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning, Jürgen Hinrichsen Bildquellen:1. Eiderlotsengaliot: Archiv Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning

1833
Im November 1833 im Sturm gestrandet, das neue hatte 2 Masten
1843

Station "Eider Galliot" eingerichtet
[Journal "Sundine" 1843]

1847

"Fyr og Sjømærker paa de danske Kyster" Kopenhagen, 1847

1852

Bekanntmachung
["Ostsee-Zeitung ..." v. 21.02.1852]

1853
Der Kanal erhält den neuen Namen Eiderkanal
1864

Seezeichen eingezogen
["Nat.-Zeitung" v. 28.1.1864]

Aus Schleswig, 24. Januar   Aus Tönning erfährt die "Nat.-Ztg." daß in den letzten Tagen daselbst alle (ca. 80 Stück) Seetonnen, die zur Betonnung des Fahrwassers der Eider gehören, nebst Ketten und Steinen nach Flensburg transportirt sind. Die Lootsen daselbst haben Ordre erhalten, mit den Truppen zu gehen, wenn diese sich zurückziehen.
Hierdurch wird es nun durchaus unmöglich, daß Schiffe in die Eider einlaufen können, wenn bald durch Thauwetter das Fahrwasser offen wird. Und ferner wird es unmöglich, daß zum 22. Februar das Feuerschiff vor die Eider auslegen kann, weil zu der Zeit den bestehenden Gesetzen gemäß, die Betonnung der Eider gehörig beschafft sein muß.
Wie großer Nachtheil hierdurch für die Schifffahrt des ganzen Europa entsteht, liegt auf der Hand.

1869

Bekanntmachung für Seefahrer
["Amtsblatt der Königl. Regierung zu Schleswig" v. 12.12.1869]

1870

Bekanntmachung für Seefahrer
["Amtsblatt der Königl. Regierung zu Schleswig" v. 8.4.1870]

1871

Bekanntmachung für Seefahrer
["Amtsblatt der Königl. Regierung zu Schleswig" v. 9.12.1871]

   Am 30. November d. J. wird die als Leuchtfeuer- und Lootsenschiff in der Eidermündung stationirte Galiote ihre Station verlassen.
   Die Laternenfeuer zu Vollerwieck und Tönning werden so lange brennen bis die Schifffahrt durch Eisgang unterbrochen wird.
   In der zweiten Hälfte dieses Monats werden die Sommerseezeichen der Außeneider aufgenommen und die üblichen Winterseezeichen ausgelegt werden.
   Das in der Nordsee, der Eidermündung gegenüber stationirte Leuchtfeuerschiff bleibt während des Winters auf seiner Station.

   Schleswig, den 23. November 1871
1872

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1872]



Lootsen-Galliote, rw. O½S. 2¾ Seemeilen vom Aussen-Elbe Nr. 1; Feuerschiff auf 12 bis 12 Faden Wasser; Lootsen- und Feuerschiff mit festem Feuer. Das Schiff hat zwei Masten und führt, so lange auch Lootsen an Bord sind, eine 5,7 Meter lange Flagge am Grossmast

Geogr. Lage: 54°0´N-Br. 8°18´O-Lg.
Höhe über Hochwasser: 11,0 m
Sichtweite: 6-8 Sm
Errichtet bezw. geändert: 1870



Bekanntmachung für Seefahrer
["Amtsblatt der Königl. Regierung zu Schleswig" v. 25.12.1872]

1873

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig v. 7.3.1873]



Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig v. 5.12.1873]

1874

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1874]



Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1874]

1875

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1875]



Lage der Feuerschiffe
[NfS. No. 425 v. 10.7.1875]

   Nach Mittheilung der Königlichen Regierung, Abtheilung des Innern, zu Schleswig hat sich das Fahrwasser der Eider, wie beinahe in jedem Jahre, etwas verändert und sind die Fahrwassertonnen demgemäß verlegt worden; da aber diesemal auch die Feuerschiffe und die Ansegelungstonnen etwas verlegt worden sind, so wird hiermit deren Lage nachstehend bekannt gemacht:

Aeusseres Feuerschiff: 54°15´53´´Nord-Br. 8°17´30´´Ost-Lg.
Ansegelungstonne: 54°15´20´´Nord-Br. 8°31´28´´Ost-Lg.
Rothe Bakentonne: 54°15´29´´Nord-Br. 8°29´8´´Ost-Lg.
Schwarze Tonne No. 1: 54°15´10´´Nord-Br. 8°32´18´´Ost-Lg.
Weiße Tonne A: 54°15´33´´Nord-Br. 8°32´54´´Ost-Lg.
Inneres Feuerschiff (Galliote): 54°15´36´´Nord-Br. 8°34´39´´Ost-Lg.

   Die Barre hat sich seit 1871 etwas nach SW zu verschoben, ist aber auch dabei tiefer geworden.

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1875]

1876

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1876]

1876

Bekanntmachung für Seefahrer
[Amtsblatt der Regierung in Schleswig, 1876]

1878

Eider-Galiot (Lfd. Nr. 77) auf 3,8 m Wasser, innerhalb der Barre.

Geogr. Lage des Feuers: 54°15´45´´ N-Br., 8°34´54´´O-Lg.
Lichterscheinung: Ein weisses festes F.
Beschreibung des Leuchtapparates: Spiegel-Apparat VI. Ordnung (Fresnel), bestehend aus 9 Lampen, die in einem Kranze um den Mast befestigt sind
Jede Lampe hat einen Hohlspiegel von 19,5 cm mittlerem Durchmesser.
Die Laterne mit Kappe ist 59 cm hoch, an der vorderen Seite, wo die Glasscheibe, 32, an der entgegengesetzten Seite 16, sowie an jeder der beiden anderen Seiten 23 cm breit.
Die Dochte haben 24 mm äusseren Durchmesser.
Erleuchtungsmaterial: Petroleum; Verbrauch: 280 Gramm stündlich.
Rüböl-Verbrauch: 132
Höhe der Flamme über Mittelwasser: 10,0 Meter
Sichtbarkeit: 8 Seemeilen

Beschreibung des Leuchtschiffes: Roth angestrichenes Fahrzeug mit dem Namen "EIDER" in weissen Buchstaben auf beiden Seiten.
Führt bei Tage eine rothe Flagge im Vortop.
Leuchtapparat am Fockmast

Nebelsignal-Einrichtung: Schiffsglocke und Nebelhorn.
Bei nebeligem Wetter wird mit der Schiffsglocke geläutet.
Sonstige Signal-Einrichtungen: Schiffskanone

Das Feuer ist errichtet: 1815

Bemerkungen: Solange Lootsen an Bord sind, weht am Tage eine rothe Flagge am Vortop.
   Das Feuerschiff verlässt die Station, welche es von Ende Februar bis Ende November innehält, nur wenn es durch höhere Gewalt dazu gezwungen wird.
Liegt es nicht auf seiner richtigen Stelle, so wird das Feuer nicht angezündet und bei Tage eine schwarze Flagge mit weißem Viereck im grosstop aufgeheisst.
Lootsen- und Rettungsstation.

1885

Wiederauslegung der "Eider Galliot"
[NfS. No. 243 v. 21.2.1885]; vgl. NfS. 90 d.J.

   Nach einer telegraphischen Anzeige aus Tönning vom 16. Februar d.J. hat das Feuer- und Lootsenschiff "Eider" am gestrigen Tage ihre Station wieder eingenommen hat.

Zeitweilige Einziehung geplant
[NfS. No. 2145 v. 12.12.1885]

   Nach einer Mittheilung der Königlichen Regierung zu Schleswig, Abtheilung des Innern, vom 5. Dezember d.J., wird die in der Mündung der Eider stationirte Lotsen- und Leuchtfeuer-Galliot Eider (inneres Feuerschiff "Eider") wegen vorzunehmender Reparaturen in diesem Winter voaussichtlich vom 15. Dezember d. J. an eine Zeitlang von der Station eingezogen werden.
   Wenn nach der Einziehung dieses Feuerschiffes das Fahrwasser der Eider eisfrei und Schiffe zu erwarten sind, wird der Lotsendampfer "Triton", mit Lotsen an Bord, in und vor der Mündung der Eider kreuzen.

Zeitweilige Einziehung ausgeführt
[NfS. No. 2157 v. 19.12.1885]; vgl. NfS. 2145 d.J.

   Nach einer telegraphischen Anzeige aus Tönning vom 15. Dezember d.J. hat das innere Feuerschiff "Eider", die sogenannte "Eider Galliot", am 15.Dezember Mittags seine Station verlassen.
1890

Verlegung der "Eider Galliot"
[NfS. No. 2201 v. 11.10.1890]

   Infolge der in der Außen-Eider zwischen den Tonnen No. 4 und12 eingetretenen Veränderung des Fahrwassers ist die "Eider Galliot" um ca 350 m westlich verlegt worden.
Dasselbe liegt wie früher zwischen den Tonnen No. 3 und 4 auf ca 5 m Tiefe bei niedrigstem Wasserstande.

Flaggenführung der "Eider Galliot"
[NfS. No. 2440 v. 8.11.1890]

   Die Feuerschiffe und Lootsenfahrzeuge auf der Elbe führen jetzt die deutsche Handelsflagge.
Die Lootsen-Galiot führt selbige am Besansdirk und im Vortopp die Hamburger Flagge.
1892

Berichtigte Lage der "Eider Galliot"
[NfS. No. 723 v. 9. April 1892]

   Das in der Eider-Mündung ausliegende Feuer- und Lootsenschiff "Eider Galliot" liegt in 54°14,0´N-Br. 8°34,5´O-Lg.
1894

Zeitweilige Einziehung des Feuerschiffes
[NfS. No. 13 v. 6. Januar 1894]

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths zu Tönning ist wegen einer Reparatur am 24. Dezember 1893 das Feuerschiff "Eider Galliot" eingezogen worden. Der Lootsendampfer "Triton" wird in und vor der Eider-Mündung mit Lootsen kreuzen.

Wiederauslegung der Leuchtfeuer- und Lootsen-Galliot "Eider"
[NfS. No. 506 v. 03. März 1894] vgl. No.13 d. diesj. NfS

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths zu Tönning hat am 25. Februar d.J. die Leuchtfeuer- und Lootsen-Galliot "Eider" ihre Station wieder eingenommen.
1895

Einziehung der "Eider-Galliot"
[NfS-No. 135 v. 19. Januar 1895]

   Nach der "Hamburgischen Börsen-Halle" No. 18 vom 11. Januar d.J. ist die "Eider-Galliot" Eises halber eingezogen. Der Lootsendampfer "Triton" wird nach Bedürfnis vor und in der Eider-Mündung kreuzen, so lange die Einfahrt in die Eider möglich ist.

Wiederauslegung der "Eider-Galliot"
[NfS-No. 754 v. 30. März 1895]; vgl. No. 135 d. diesj. NfS

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths Reimers zu Tönning vom 23. März d.J. hat die "Eider-Lootsen- und Leuchtfeuer-Galliot" ihre Station wieder eingenommen.

Einziehung der "Eider-Galliot" und Bemerkung über die Lootsen auf dem Dampfer "Triton"
[NfS-No. 3137 v. 28. Dezember 1895]

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths Reimers zu Tönning ist das Feuer- und Lootsenschiff "Eider-Galliot" eingezogen worden. Dafür wird der Dampfer" Triton", soweit angängig, etwa einkommende Schiffe in der Eider-Mündung mit Lootsen besetzen und die Lootsen von ausgehenden Schiffen abnehmen
1896

Wiederauslegung des Feuer- und Lootsenschiffes "Eider-Galliot"
[NfS. No. 681 v. 28.März 1896]; vgl. No. 3137 d. NfS 1895

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths Reimers zu Tönning hat das Feuerschiff "Eider-Galliot" seine Station wieder eingenommen.
Dieselbe ist jetzt 0,7 Sm in 112,5° (OSO) von der bisherigen Station entfernt.

Geographische Lage des Feuer- und Lootsenschiffes "Eider-Galliot"
[NfS. No. 1295 v. 30. Mai 1896]; vgl. No. 681 d. diesj. NfS

   Nach Mittheilung des Königlichen Bauraths Reimers zu Tönning liegt das Feuerschiff "Eider-Galliot" in 54°13´37´´N 8°37´0´´O.

Zeitweilige Einziehung des Feuerschiffes "Eider-Galliot"
[NfS. No. 3102 v. 12. Dezember 1896]

   Nach der "Hamburgischen Börsen-Halle" No. 572 vom 5. Dezember d.J. ist das Feuerschiff "Eider-Galliot" am 3. Dezember d.J. Eises wegen eingezogen worden.

Bemerkung zum Feuerschiff "Eider-Galliot"
[NfS. No. 3238 v. 24. Dezember 1896]

   Nach Mittheilung der Königlichen Wasserbauinspektion zu Tönning vom 18. Dezember d. J. ist an Stelle des eingezogenen Feuerschiffes "Eider-Galliot" der Dampfer "Triton" ausgelegt, und werden von diesem, soweit als angängig, die einkommenden Schiffe mit Lootsen versehen und die Lootsen von ausgehenden Schiffen wieder abgenommen.
1897

Bemerkung über den vor der Eider kreuzenden Dampfer "Triton"
[NfS. No. 200 v. 23. Januar 1897]; vgl. No. 3238 d. NfS 1896

   Nach Mittheilung des Königlichen Regierungs-Präsidenten in Schleswig liegt der Dampfer "Triton" nicht an Stelle des eingezogenen Feuerschiffes "Eider-Galliot" aus, sondern kreuzt nur, soweit solches angängig, vor der Eider-Mündung, um einkommende Schiffe mit Lootsen zu besetzen und die Lootsen von den ausgehenden Schiffen abzunehmen. Einkommende Schiffe können mithin nicht mit Sicherheit darauf rechnen, daß sie von der Eider Lootsen erhalten können.

Wiederauslegung des Feuerschiffes "Eider-Galliot"
[NfS. No. 700 v. 13. März 1897]; vgl. NfS 1896 No. 3102 und 3238, 1897 No. 200

   Nach Mittheilung der Königlichen Wasserbauinspektion zu Tönning vom 3. März d. J. hat das Feuerschiff "Eider-Galliot" seine Station wieder eingenommen.


Bemerkung über die Führung von Flaggen der "Eider-Galliot"
[NfS. No. 1199 v. 1. Mai 1897]

   Die "Eider-Galliot" führt bei Tage am Vortopp einen rothen Wimpel, unter welchem die übrigen Signalzeichen zur Angabe der Wassertiefe geheißt werden. Am Besanstopp führt sie eine rothe Flagge, so lange sich Lootsen an Bord befinden und solche an Schiffe abgegeben werden können; ist letzteres nicht mehr der Fall, so wird die rothe durch eine weiße Flagge ersetzt.
Im Falle die Galliot von ihrer Station vertrieben ist, werden keine Flaggen gezeigt und das Leuchtfeuer bei Nacht nicht angezündet.

Zeitweilige Einziehung des Feuerschiffes "Eider-Galliot"
[NfS-No. 3488 v. 31. Dezember 1897]

   Nach Mittheilung der Königlichen Wasserbauinspektion in Tönning vom 22. Dezember d.J. ist das Lootsen- und Feuerschiff "Eider Galliot" eingezogen. Dafür wird der Dampfer "Triton", soweit thunlich, etwa ankommende Schiffe in der Eider-Mündung mit Lootsen besetzen und die Lootsen von ausgegangenen Schiffen wieder abnehmen.
1905

Wasserstandssignale geändert
[NfS. Nr. 358 v. 25.2.1905]

   Auf dem Feuer- und Lotsenschiff "Eider Galliot"sind die bisherigen Wasserstandssignale verändert worden. Folgende im Vortopp und an der dort befindlichen Signalrahe gezeigten Signale bedeuten:


Bemerkungen:

Ein roter Stander im Vortopp bedeutet jedesmal 3 m. Der schwarze horizontale Zylinder bedeutet 2 m mehr (+2 m); er wird an der von See aus gesehenen rechten Rahenock gehißt.

   Der schwarze Doppelkegel bedeutet 1 m mehr (+1 m); er wird an der von See aus gesehenen linken Rahenock gehißt.

   Die gelbe Flagge unter dem roten Stander im Vortopp bedeutet 0,5 m mehr (+0,5 m), als das Signal am Mast angibt.


Ungf. geogr. Lage: 54°13,6´N-Br. 8°37´O-Lg.


Ankerlaterne
[NfS. Nr. 1543 v. 29.7.1905]

   Vom 1. September d. J. ab brennt auf dem Eider-Feuerschiff und der Eider-Galiot eine Ankerlaterne, die am Fockstag gehißt wird.

Toppzeichen verändert
[NfS. Nr. 1782 v. 26.8.1905]

   Vom 1. Oktober d. J. ab wird das Feuerschiff Eider Galliot im Vortopp einen schwarzen Ball als Tagmarke erhalten.
Ungf. geogr. Lage: 54°13,6´N-Br. 8°37´O-Lg.
1906

Zeitweilig eingezogen
[NfS. No. 4 v. 6.1.1906]

   Das Feuer- und Lotsenschiff "Eider Galliot" ist wegen Eisganges zeitweilig eingezogen worden.
Der Regierungsdampfer "Triton" wird, soweit tunlich, einlaufende Schiffe in der Eider-Mündung mit Lotsen besetzen und auslaufenden Schiffen die Lotsen an Bord nehmen.

Leuchtapparat ersetzt
[NfS. No. 373 v. 24. Februar 1906]

   Auf dem Feuerschiff "Eider Galliot" ist der Spiegelapparat des Feuers durch einen Linsenapparat VI. Ordnung ersetzt worden.
Das hierdurch verbesserte Feuer wird nach der Wiederauslegung des Feuerschiffes in Betrieb genommen.

Feuerschiff wieder ausgelegt
[NfS. No. 468 v. 10.3.1906]; vgl. NfS. 373 d.J.

   Das Feuer- und Lotsenschiff Feuerschiff "Eider Galliot" ist auf seiner Station wieder ausgelegt worden. Geogr. Lage: 54°13´37´´N-Br. 8°37´0´´O-Lg.

Tagsignal verändert
[NfS.No. 1030 v. 12.5.1906]

   Als einheitliches Tagsignal für vertriebene oder nicht auf Station aber auch in See befindliche deutsche Feuerschiffe wird von diesen künftig eine schwarze oder dunkle Flagge größeren Formats gezeigt werden.
Das bisher hierzu benutzte internationale Signal QE wird nicht mehr gezeigt.
Das für diesen Fall vorgeschriebene Abnehmen der Bälle aus den Toppen der Masten bleibt bestehen, wenn es ausführbar ist.

Veränderte Flagge
[NfS.No. 1343 v. 23.6.1906]

   Vom 1. Juli d. J. werden die Feuerschiffe "Eider" und "Eider Galliot", wenn sie nicht auf ihren Stationen sind, am Tage eine schwarze Flagge am Topp des Besahnmastes führen. Die bisher in diesem Fall benutzte schwarze Flagge mit weißem Viereck wird nicht mehr gezeigt.

Zeitweilige Einziehung des Feuerschiffes "Eider-Galliot"
[NfS. No. 2949 v. 29.12.1906]

   Das Feuerschiff "Eider Galliot" ist zeitweilig eingezogen worden; der Dampfer Triton II wird soweit angängig einlaufende Schiffe in der Eider-Mündung mit Lootsen besetzen und solche von auslaufenden Schiffen wieder aufnehmen.
1907

Nebelsignale verändert
[NfS. Nr. 2064 v. 14.9.1907]

   Auf dem Feuerschiff Eider Galliot wird künftig das Nebelsignal mit Gong folgende Kennung haben:
Gruppen von 6 Schlägen, Folge etwa 5 bis 6sek, Wiederkehr 60sek
Ungf. geogr. Lage: 54°13,6´N-Br. 8°37,0´O-Lg.
1908

Feuerschiff eingezogen
[NfS. Nr. 45 v. 11.1.1908]

   Das Feuerschiff Eider Galliot ist zeitweilig eingezogen worden, der Dampfer Triton II wird soweit angängig einlaufende Schiffe in der Eider-Mündung mit Lootsen besetzen und solche von auslaufenden Schiffen wieder aufnehmen.

Feuerschiff ausgelegt
[NfS. Nr. 447 v. 29.2.1908]; vgl. NfS. 45 d.J.

   Das Feuerschiff Eider Galliot ist am 25. Februar 1908 wieder auf seiner Station ausgelegt worden.
1909

Zeitweilige Einziehung
[NfS. No. 50 v. 2.1.1909]

   Das Feuer- und Lotsenschiff Eider Galliot ist zeitweilig eingezogen worden; der Dampfer Triton versieht, soweit tunlich, Lotsendienst.

Wiederauslegung
[NfS. No. 665 v. 27.3.1909]; vgl. NfS. 09-50

    Das Feuer- und Lotsenschiff Eider Galliot ist auf seiner Station wieder ausgelegt worden.

Zeitweiliger Ersatz
[NfS. No. 1430 v. 26.6.1909]

   Das Feuer- und Lotsenschiff Eider Galliot wird voraussichtlich im Juli 1909 zeitweilig eingezogen und durch ein etwa 34 m langes, dreimastiges Fahrzeug ersetzt werden, das die Tagmarke am Fockmast 20 m über Wasser tragen wird.
Feuer und Nebelsignale bleiben unverändert
Lage: 54°13´37´´N-Br. 8°37´0´´O-Lg.

Ersatz-Feuerschiff ausgelegt
[NfS. No. 1558 v. 10.7.1909]







   Der Ersatzbau "Eiderlotsengaliote" ist auf der bisherigen Station ausgelegt, die alte Eiderlotsengalliot ist eingezogen worden.
   Die bisher ständig geführte rote, viereckige Flagge am Besahnsmast als Zeichen dafür, daß Lotsen an Bord sind, wird in Zukunft nicht mehr gezeigt, statt dessen wird eine weiße Flagge dann geführt, wenn keine Lotsen an Bord sind.
   Der bisher am Fockmast geführte rote Wimpel sowie die gelbe Flagge zur Bezeichnung der 3 m bzw. ½ m Tiefen werden von jetzt ab am Großmast geführt.
Lage: 54°13´37´´N-Br. 8°37´0´´O-Lg.
1914

   Eider Galliot (Nr. 700), Feuer- und Lotsenschiff auf 7 m Wassertiefe innerhalb der Barre.




Geogr. Lage: 54°14´N 8°37´O
Kennung: F. am Großmast, (Petroleum)
Höhe des Feuers über Hochwasser: 10 m
Höhe der Ballunterkante: 17 m
Sichtweite: 8 Sm

Angaben: Rotes, dreimastiges Schiff mit der weißen Aufschrift "Eider" an beiden Seiten.
Ein schwarzer Ball im Vortopp
Am Großmast eine längere Stenge zur Aufnahme der Antenne der Funkspruch.
Dienstflagge für preußische Staatsfahrzeuge am Heck.

Bemerkungen: Ankerlaterne
Bei Nebel oder unsichtigem Wetter: Signale mit Gong: Gruppe von 6 Schlägen
Kanonenschüsse und internationales Flaggensignal zur Warnung für Schiffe mit gefährlichem Kurse
Wenn keine Lotsen an Bord sind, wird eine weiße Flagge am Topp des hinteren Mastes geführt.
Wenn vertrieben: bei Tage eine schwarze Flagge im Toppdes hinteren Mastes, der Ball bleibt oben; bei Nacht kein Leuchtfeuer, nur das weiße Ankerlicht; bei Nebel nur die in der Seestraßenordnung vorgeschriebenen Glockensignale.

Bei Eisgang eingezogen. Muß die Galliot ihre Station verlassen, so kreuzt tunlichst, solange die Schiffahrt nicht durch Eis unterbrochen ist, der Lotsendampfer vor und in der Eider, wenn Schiffe erwartet werden.
Die Eider Galliot liegt vor Muring.
Als Stationstonne liegt eine rote Tonne aus.


"Eider-Mündung" 1915

1919

Eider-Lootsengalliot, Angaben
[NfS. Nr. 2592 v. 13. September 1919]

   Das Feuerschiff Außeneider ist zum Docken eingezogen. Nach Beendigung des Dockens wird das Feuerschiff Außeneider das Feuerschiff Eidergalliot ablösen, damit dieses gedockt werden kann. Nach Fertigstellung von Eidergalliot werden beide Feuerschiffe wieder auf ihre richtigen Plätze gelegt.
   Die Station des Feuerschiffes Außeneider ist also auf 4 bis 5 Wochen, bis etwa zum 1. Oktober 1919 unbesetzt.
Ungef. Lage des Feuerschiffes Außeneider: 54°16´N, 8°18´O.
Ungef. Lage des Feuerschiffes Eidergalliot: 54°14´N, 8°37´O.


Eider-Lootsengalliot, Angaben
[NfS. Nr. 2592 v. 13. September 1919] vgl. N.f.S. 19--2441

   Das Feuerschiff Eider-Lootsengalliot wird, um ins Dock zu gehen, voraussichtlich am 15. September 1919 seine Station verlassen und am 17. September durch das Feuerschiff Außeneider abgelöst werden, so daß die Station der Eider-Lootsengalliot etwa drei Tage unbesetzt sein wird.
Während dieser Zeit müssen Lotsen gegebenfalls beim Wasserbauamt Tönning telegraphisch angefordert werden.
Ungf. Lage: 54°14´N, 8°37´O.
1920

Eider-Lootsengalliot, Wiederauslegung
[NfS. No. 700 v. 13. März 1920] vgl. NfS. 19-3632

   Das Feuerschiff Eider-Lootsengalliot, das wegen Eises eingezogen war, ist wieder auf ungef.54°14´N 8°37´Oausgelegt.
1921

Eiderlootsengalliot wiederausgelegt
[NfS. No. 630 v. 26. Februar 1921] vgl. NfS. 20-4097

   Das Feuerschiff Eiderlootsengalliot ist auf ungef. 54°13´48´´N 8°35´39´´O wieder ausgelegt.
1924

Sommerseezeichen
[NfS. No. 929 v. 22. März 1924]

1.    In den Fahrwassern des Wattenmeeres vom Lister Tief bis zur Hever ist mit dem Einziehen der Wintertonnen und dem Auslegen der Sommertonnen begonnen worden.

2.    Die während des des Eisganges gelöschten Richtfeuer Munkmarsch auf Sylt auf ungf. 54°56´N, 8°21´O sowie die Unterfeuer Steenodde auf ungf. 54°38´N, 8°22´O und Wittdün auf Amrum auf ungf. 54°38´N, 8°23´O sind wieder angezündet.
...

3.     Das Feuer- und Lotsenschiffschiff Eidergalliot auf ungef.54°14´N 8°35´O ist wieder angezündet..
...
6.    Auf der Jade sind die Eckwarden-Richtfeuer gelöscht worden. Ungf. Lage des Unterfeuers: 53°33´N, 8°12´O.



Winterseezeichen
[NfS. No. 4796 v. 27. Dezember 1924] vgl. N.f:S. 24-929

Feuerschiff Eiderlootsengalliot auf ungef.54°14´N 8°35´O ist wegen Eisgefahr eingezogen worden.
1925

Eiderlootsengalliot, Wiederauslegung
[NfS. No. 419 v. 31. Januar 1925] vgl. NfS. 20-4097

Das Feuerschiff Eiderlootsengalliot ist auf ungef.54°13´48´´N 8°35´39´´O
wieder ausgelegt.
1926
Station Eider-Galliote aufgehoben

Eiderlootsengalliot wird eingezogen
[NfS. Nr. 3823 v. 31.8.1926]

Das Eider Galliot-Feuer- und Lotsenschiff auf ungf. 54°14´N, 8°35´O soll im Oktober 1926 endgültig eingezogen und an seiner Stelle eine Leucht-Glockentonne ausgelegt werden.
Einkommende Schiffe, die für die Eider oder Hever einen Lotsen zu erhalten wünschen, haben diesen nach Einziehung der Eider Galliot bei dem Feuerschiff Außeneider auf ungf. 54°14´N 8°18´O anzufordern.

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